Nach dem schauen des Filmes war ich wirklich hin und hergerissen. Obwohl mir vieles im Film gefiel, konnte das Gesamtbild irgenwie nicht überzeugen. Das Zusammenspiel der Einzelnen Szenen wirkt zu hackelig aneinandergereit, als hätte jemand die verbindenden Zwischenszenen vergessen einzufügen. Für einen Streifen, der die Eigenschaft hat, dem Zuschauer sehr kryptische Dialoge darzubieten und dabei mit aller kopflastigen Sinnbildern spielt, mit denen der Großteil des Massenpublikum wohl eher sowieso schon wenig anzufangen wissen wird, ist das schlichtweg zu wenig. Zu statisch wirken die Szenen in denen oft, außer der ausführlichen Konversation der Protagonisten, nur wenig passiert.
Als ich im Abspann sah das Herr Cronenberg ganz allein für das Screenplay verantwortlich zeigte, kam mir dann schon der Gedanke, dass ein frisches kreatives Köpfchen mehr an dieser Stelle sicherlich einiges gerissenhätte. So wirkt das ganze wie aus einem bestimmt interessanten Buch herausgepickte Schlüsseldialoge, die zu einem leider etwas schwer verdaulichen Brei zusammengerührt wurden.
Dabei funktioniert am Anfang das stark reduzierte Filmsetting noch ganz gut und schürt Erwartungen an die gesamte Filmlänge, die leider eben nicht erfüllt werden. Stellvertretend dafür vielleicht auch die Schlussszene, die inhaltlich im Grunde sehr stark ist, aber in der Art und Weise der dramaturgischen Umsetzung eben nur halb zündet. Mehr ist machmal eben mehr.
Weil aber gerade in der Anfangsphase, dank der ideentechnisch nahrhaften Buchvorlage, ein kleines Zwischen den Zeilen Lesen Feuerwerk abgeschossen wird und in "Cosmopolis" die wohl treffenste Analyse der Thematik "Zigaretten rauchende Frauen" zum besten gegeben wird, verdient der Film doch mindestens 6,5 Punkte!
3,5 wurden mangels fehlender Kreativität dabei leichtfertig verschenkt.