Cronenbergs Blick auf die Occupy-Bewegung, die geistlose Technokratie und den rücksichtslosen US-Kapitalismus im 21. Jahrhundert oder doch bloß eine Aneinanderreihung von zähen, abstrakten Dialogen zw. Robert Pattinson und immer wechselnden Gesprächspartnern? Ich kann COSMOPOLIS nichts abgewinnen und empfinde ihn als kaum durchstehbar in nur einer Sitzung. Über was immer da Cronenberg auch philosophieren und seinen Senf dazugeben wollte: Es funktioniert so nicht. Und auch wenn er in gewisser Weise wieder solche Themen wie den körperlichen und seelischen Zerfall seines Protagonisten aufgreift, wobei hier der finanzielle Abstieg noch hinzukommt, so hat er dies anderswo schon hundert Mal besser gemacht. Allein dass sich die erste Stunde fast nur in der Limousine abspielt, ist schon grausig. Außer ein bisschen Sex und einen Pistolenschuss durch eine Hand gibt es hier nichts zu sehen.