Isaac Asimov erfährt endlich mal eine Verfilmung und dann setzt man da Chris Columbus dran.
Das kann ja dann in Verbindung mit Hauptdarsteller Robin Williams nur in einer philosophisch angehauchten Gefühlsplotte enden und genau das tut es dann auch.
Williams spielt hier einen Haushaltsroboter, der plötzlich Kreativität und später eigene Ideen entwickelt, bis er sich fortwährend verbessern immer mehr in das Ebenbild eines lebenden Menschen verwandelt, um als solcher anerkannt zu werden.
Williams kann man da kaum einen Vorwurf machen. Als Roboter hat er kaum mimische Möglichkeiten, doch später wird er mimischer und bekommt dann sogar ein "falsches" echtes Gesicht. Seine gefühlvolle Performance wäre jedoch noch besser, wenn man nicht durch seine Person gezwungen wäre, immer wieder humorvolle Einlagen einzuflechten, die Kontrast zu so mancher leidvoller Trändrückerszene sich noch stärker absetzen.
Dabei ist der Plot durchaus reizvoll, eine Figur über zwei komplette Jahrhunderte zu verfolgen, in denen er immer in Diensten oder in Freundschaft und Liebe zu einer bestimmten Familie stand. Sam Neill ist solide als erster Besitzer, der ihn auf den Weg bringt, deren Tochter sorgt mit ihrer Freundschaft für das zweite Drittel, bis erst deren Enkelin seine Liebe, ein Mensch zu sein erwidern wird.
Das wird dargeboten in einer zukünftigen, aber uns noch ähnlichen Welt, anscheinend friedlich von Grund auf, doch spielt das kaum eine Rolle. In dem Bestreben unterhaltsam zu sein, reißt der Film dann Fragen wie Zugehörigkeit und Menschsein an, Würde und Menschenrechte, macht sie auch später gegen Ende zum Hauptpunkt der Handlung, muß aber die Philosophie den Bildern opfern, da alles schlüssig und unterhaltsam bleiben soll.
Letzteres immerhin ist gelungen, "Bicentennial Man" ist gelungene Unterhaltung mit ein wenig Anspruch, wird aber Asimov selten gerecht, gerade weil wir hier dann doch irgendwie einen Robin-Williams-Film sehen, deren Charakter von einem Komikergesicht gespielt wird und dessen sonstige Talente auch ausnützt.
Weil sich aber die Philosophie-Ansätze nicht mit Familienkino mischen lassen, war der Film kein besonderer Erfolg, denn das Publikum fand wohl keinen großen Zugang. Ernsten SF-Fans ist der Film zu lau, Familien zu nachdenklich. Damit sitzt er zwischen den Stühlen. (6/10)