Review

Tim Burton ist mal wieder mit seiner Stammbesetzung unterwegs, doch so langsam treten deutliche Abnutzungserscheinungen zutage. Immer dieselben Gesichter in ähnlich gelagerten Rollen werden auf Dauer ein wenig einfältig, was vor allem durch die eindimensionale Geschichte zum Vorschein kommt.

Liverpool 1762: Die Familie Collins siedelt in die USA über und gründet ein Fischerei-Unternehmen. Sprössling Barnabas (Johnny Depp) will die Zuneigung von Angelique (Eva Green) nicht länger erwidern, welche daraufhin einen Fluch auf seine Familie legt. Barnabas selbst erwacht im Jahr 1972 als Vampir und sucht die Nachkommen seiner Sippe auf den Familiensitz auf, doch Angelique lebt nach wie vor in seiner Nähe…

Man hätte aus dem Aufeinanderprallen der Generationen enorm Potential schöpfen können, doch mehr als ein paar leichte Schmunzler sind am Ende leider nicht zu verzeichnen. Eher fühlt man sich wie bei „Munsters“ reloaded, als die Sippe der Collins vorgestellt wird, was nicht wundert, da die Vorlage auf einer US-Serie basiert, die in den Sechzigern enorm erfolgreich gewesen sein muss.

Nur leider gelingt es Burton nicht, eine klare Linie in die Erzählung zu bringen. Er findet keinen Fokus, bringt viele uninteressante Einlagen, schwankt zwischen Drama, Komödie und Fantasy-Spektakel und vergeudet nebenher die Präsenz eines Christopher Lee mit einem viel zu kurzen Gastauftritt. Stattdessen darf sich Depp in gewohnter Manier und unter Tonnen von Make-up austoben, wobei einige altertümliche Ausdrucksformen durchaus erheitern können, aber eben keine großartigen Lacher generieren.

Träge und ohne gewohnten Pep wird die Geschichte phasenweise willkürlich aneinandergereiht, von einer bizarren Sexeinlage über ein kleines Hippie-Gelage bis hin zum Showdown, bei dem ein paar Geisterbahneffekte und etwas Krawumms hinzu kommen, verpufft viel Slapstick und selbst der Party-Auftritt von Alice Cooper bleibt ohne erkennbare Pointe. Zweifelsohne treffen einige Songs ins Schwarze und auch der Score ist stellenweise recht antreibend ausgefallen, doch selbst das nette Interieur der heruntergekommenen Butze, als auch einige Oldtimer können kaum kaschieren, wie belanglos die Story eigentlich vor sich hin plätschert.

Wahrscheinlich muss man Liebhaber der Originalserie oder ein überaus eingefleischter Fan von Burton sein, um dem müden bis wahllos aneinander gereihten Treiben etwas abzugewinnen, denn außer den gut aufgelegten Mimen und der makellosen Ausstattung ist hier nichts auszumachen, was den Unterhaltungswert im Gesamtbild überdurchschnittlich erscheinen lässt.
Der skurrile Burton scheint ein wenig in die Jahre gekommen zu sein, denn früher hat er sich zumindest noch für seine Figuren interessiert, „Dark Shadows“ wirkt hingegen beinahe seelenlos.
Gerade noch
5 von 10

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