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1750 reiste die Familie Collins von Liverpool nach Amerika, wo sie mit ihrem Fischunternehmen in Collinsport zu ansehen kam und auf dem feudalen Familiensitz Collinwood Manor residieren. Unter ihnen lebt Barnabas Collins, der die Liebe des Hexe Angelique Bouchard verschmähte und sein Herz einer anderen schenkte. Aus Rache verwandelt sie Barnabas in einen Vampir, den sie lebendig beerdigt. Erst 200 Jahre später im Jahr 1972 wird der Sarg bei Bauarbeiten freigesetzt.

Sind Tim Burton Johnny Depp und Helena Bonham-Carter eigentlich irgendwie verwandt? Die Drei haben schon viele Projekte zusammen gestemmt und sind zur Gänze natürlich auch wieder bei Dark Shadows versammelt. Als Inspiration diente dabei eine US-Serie aus den 60ern, die hier von einer mißglückten Liebe und Rache über Jahrhunderte hinweg erzählt.
Als nettes Intro steigen wir im 18. Jahrhundert ein, als die Familie Collins in die Staaten übersiedelt und einen Ort nebst erfolgreicher Fischfabrik gründet. Alles könnte happy sein, bis Sohn Barnabas eine Affäre mit der Magd Angelique beginnt. Die will feste Beziehung, er nicht, sie sauer und Hexe und schon hat Barnabas einen Vampirfluch und eine tote Freundin am Hals und wird lebendig begraben. Dumm gelaufen.
1972 erfolgt bei Bauarbeiten die Befreiung, worauf die Bauarbeiter aus Dankbarkeit recht blutig ihr Leben lassen müssen und ausgesaugt werden. Diese Stelle paßt irgendwie recht wenig in den restlichen Kontext des Films, der sich sonst eher zahm gibt. Den was folgt ist der übliche Kulturclash und der Versuch den Ruf und den Glanz der Collins Familie wieder herzustellen. Das Herrenhaus ist nämlich nur noch ein runtergewirtschafteter Schatten seiner selbst, was auch für die Fabrik gilt. Gerade mal 7 Personen bewohnen die 200 Zimmer, also muß erstmal aufgeräumt werden.
Burton pendelt dabei ziemlich zwischen den Extremen. Dark Shadows hat zwar dem ihn so typischen märchenhaften Look und tolle Optik, aber die Story ist irgendwo zwischen, tragisch und komisch unterwegs, ohne lange anzuhalten. Zwischendurch wähnt man sich auch mal in einem fiktiven Hammer-Studio Film "Dracula und die Hippies", bis eben alles im Duell mit der alten Rivalin Angelique kulminiert. Das ist zwar alles meist unterhaltsam, als Gesamtprodukt trotzdem nicht ganz einfach konsumierbar. Nett sind dafür die kurzen Gastauftritte von Christopher Lee und Altrocker Alice Cooper. Burton hat da aber sicher schon bessere moderne Märchen erzählt.
6/10

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