Nach dem Überraschungserfolg „The Collector“ war es ein wenig ruhig geworden um Regisseur und Autor Marcus Dunstan und Co-Autor Patrick Melton, welche immerhin die Drehbücher für „Saw“ (Teil 4 bis 7) lieferten. Doch auch dem Nachfolger merkt man die Leidenschaft der typischen Jigsaw Fallen an, nur dass in der Fortsetzung zuweilen noch drastischer gestorben wird.
Elena (Emma Fitzpatrick) geht mit einigen Freunden in einen Underground Club, als sie mitbekommt, wie ihr Freund sie betrügt. Geschockt zieht sie sich in den Toilettenraum zurück, wo sie eine Kiste vorfindet. Der darin befindliche verletzte Arkin (Josh Stewart) setzt damit eine für fast alle Partygäste tödliche Kettenreaktion in Gang, kann jedoch dem maskierten Peiniger entkommen. Kurz darauf versuchen Arkin und einige Söldner Elena aus den Fängen des „Collectors“ zu befreien…
So geht es vom schlichten Einfamilienhaus in ein leerstehendes Hotel, welches sicher nicht ganz zufällig „Argento“ heißt. Höher, weiter, schneller ist nach wie vor das Motto des Slashers mit Foltereinlagen und so gerät die erste Viertelstunde zum reinsten Blutbad, mit einem Massensterben wie man es eigentlich nur von einigen Ausgaben „Final Destination“ kennt.
Die Prämisse ist hingegen dieselbe wie beim Vorgänger: Der stumme Killer mit lederner Kopfbedeckung schreitet ohne jegliches Motiv zur Tat, praktiziert einige Experimente mit Körperteilen, verabreicht zahlreichen Opfern Drogen die zur zügellosen Aggressivität treiben und findet zwischendurch genügend Zeit, mannigfaltige Fallen im Gebäude zu errichten, in welche er niemals selber tappt.
Bei den potentiellen Opfern zeichnen sich indes Elena und Arkin (Überlebender des ersten Teils) aus, denn beide verhalten sich einfallsreich, mutig und zum Teil auch aufopferungsvoll, denn es gehört schon einiges dazu, sich das Handgelenk zu brechen, um in einem unmöglichen Winkel an den Öffnungsmechanismus einer Tür zu gelangen.
Die Söldner präsentieren sich zwar anfangs recht tough, allzu helle verhalten sie sich allerdings nicht, denn selbst ersichtliche Fallen mit dünnem Draht werden einigen zum Verhängnis.
Mit den Fallen gehen einige doch recht deftige Splatterszenen einher, denn trotz mancher Computereffekte haben es die meisten Ableben in sich. Es gibt zahlreiche Messerstiche in die Brust, einen Schnitt von Kehle bis Brustbein, ein gebrochenes Bein, ein Aufspießen von Speerspitzen, einen Messerhieb quer durch die Wange und einen explodierenden Kopf, von den unzähligen Leichenteilen und präparierten Körpern mal ganz zu schweigen.
Die morbide Ausstattung, die versierte Kamera und der effektvolle Schnitt sorgen ebenfalls dafür, das Geschehen mit einem latenten Unwohlsein zu umgeben.
Leider bleibt das Drehbuch etwas eindimensional, denn auch mit der Fortsetzung werden keinerlei Antworten über Motive und Hintergründe des Leichensammlers geliefert, er bleibt bis zuletzt der schweigende Mann hinter der Maske, der neben einer medizinischen Grundausbildung offenbar auch einiges in Sachen Nahkampf draufhat.
So kämpfen sich die vermeintlichen Opfer von Raum zu Raum, zwischendurch tappen wieder einige in eine tödliche Vorrichtung, während der Bösewicht stets alles im Überblick hat und immer zur rechten Zeit am rechten Ort ist, um niemanden erwischen zu lassen.
Glücklicherweise schreitet das Geschehen straight und ohne Atempause voran, so dass die Einfachheit des Ablaufes nicht allzu sehr ins Gewicht fällt und auch diverse Logiklücken erst im Nachhinein auffallen.
Einen Slasher mit doppeltem Boden sollte man demnach nicht erwarten, doch wer mit der „Saw“ –Reihe vertraut ist und die perfiden und blutigen Fallen zu schätzen gelernt hat, macht mit „The Collection“ nicht viel falsch.
7 von 10