Nach drei Ausgaben von „Saw“ und dem gelungenen Thriller „Mother´s Day“ bleibt Regisseur Darren Lynn Bousman seiner Linie des düsteren Films treu und liefert mit „Jersey Devil“ einen Streifen ab, der sich nur schwer einordnen lässt. Zwischen Psycho-Thriller und Monster-Trash erfährt man nämlich erst in den letzten Minuten, ob und was es mit dem titelgebenden Monster auf sich hat.
Ein Campingurlaub in den Wäldern New Jerseys soll den Frieden der Patchworkfamilie Vineyard wiederherstellen, doch Dad Richard (Stephen Moyer) legt zusehends seltsame Verhaltensweisen an den Tag, reagiert auf harmlose Späße aggressiv und scheint unter Visionen zu leiden. Als er seine Frau Cynthia und die Kinder Sadie und Danny an einen einsam gelegenen Campingplatz lotst, nimmt das Grauen seinen Lauf…
Bis dahin wartet man recht lange darauf, das Titelgebende überhaupt zu sehen, denn dieses sagenumwobene Ungetüm soll das dreizehnte Kind einer Hexe gewesen sein, welche einen Pakt mit dem Teufel schloss, was während einer Erzählung am Lagerfeuer bruchstückhaft visualisiert wird.
Überhaupt gibt es zwischendurch viele kleine Einschübe mit Erinnerungen, Visionen und Alpträumen, da sich Richard im Verlauf verändert und auch körperlich mächtig angeschlagen scheint.
Die übrigen Figuren im Camp sind kaum von Belang, lediglich Sadie schließt ein paar flüchtige Bekanntschaften mit Gleichaltrigen, während der Rest der Familie meistens zusammenhockt.
Als schließlich die erste Leiche gefunden wird, lassen sich daraus kaum Schlüsse ziehen, da ein ausgeweideter Körper auch auf die Tat eines Bären oder Pumas schließen lassen könnte, was ebenso auf die zuvor entdeckten, übel zugerichteten Hirsche zutrifft.
Eine eigentliche Tat ist während der ganzen Zeit nicht zu sehen, - schließlich soll das Publikum ordentlich an der Nase herum geführt werden, denn alles läuft auf die Frage hinaus, ob Richard halluziniert, eine zweite Person für die Morde infrage kommt oder ob es den Teufel in Jersey wirklich gibt.
So haben wir es über weite Teile mit einem Psycho-Drama zu tun, da es immer wieder zu Konflikten in der Familie kommt, Richard zusehends abbaut und die gelernte Krankenschwester Cynthia alle Hände voll zu tun bekommt.
Mal abgesehen von einigen unbedeutenden Randfiguren gelingt es primär den vier wesentlichen Darstellern, ihre jeweilige Figur glaubhaft zu verkörpern; Moyer ist phasenweise sogar etwas zu engagiert in Sachen möglicher Psychose.
Im letzten Drittel schaukelt sich die Gewalt ein wenig hoch, es kommt zu Verletzungen bei diversen Figuren und final geht es um Vertrauen, die Polizei im Wettlauf mit der Zeit und die Beantwortung der Kernfrage. Den Abspann sollte man indes komplett durchstehen, denn danach geht es noch einige Minuten weiter und es wird auch gleich ein Cliffhanger für eine eventuelle Fortsetzung geliefert.
Eine solche sollte dann vielleicht andere Prioritäten setzen, auch wenn die beklemmende Atmosphäre phasenweise zu punkten weiß, - wer legendenhafte Kreaturen in reichlich Action sehen möchte, ist an dieser Stelle definitiv fehl am Platz und auch Gorefreunde kommen kaum auf ihre Kosten.
Ansonsten liefert Bousman einen über weite Teile unterhaltsamen Streifen ab, der insgesamt noch etwas bösartiger hätte ausfallen dürfen, während das letzte Drittel spannungsmäßig für den etwas zu langen Vorlauf entschädigt.
6 von 10