Review

Räuber & Gendarm Extrem

Zwei Teams von kleinen, (fast nur) männlichen Vor-Teenagern, ein Wald im strahlendhellen Hochsommer, ein paar grobe Capture-the-Flag-Regeln, viel Fantasie, Strategien, Gewalt & Freundschaften auf dem Prüfstand... das sind die groben Zutaten für diese einfallsreiche, schlaue & innovative Mischung aus Battle Royale, Apocalypse Now und Herr der Fliegen.

Manchmal sind die einfachsten Ideen die besten. Und das hier ist definitiv eine davon. Das Kriegsspiel der zwei Teams rund um deren taktisch versierte Generäle wird durch Fantasie, Konkurrenzkampf, Verbissenheit & Machtfantasien auf ein recht realistisches, radikales Kriegsniveau gehoben, auch so gut wie ohne Blut & Gedärme, dafür mit Stöcken die sich in MGs verwandeln. Die Hitze & Spannung in der Luft sind spürbar, jedes Straßenkind wird sich dabei an seine eigene Kindheit erinnert fühlen. Auch wenn es in den seltensten Fällen so ausartet (zum Glück) wie hier.

Die Kinderschauspieler machen ihre Sache sehr gut, auch wenn die deutsche Synchro eher suboptimal ist. Der Film ist kurz & kurzweilig, kommt komplett ohne Einführung & Erwachsene aus, spielt die ganze Zeit im Wald - sehr kompakt & gut. Und das  Ende fand ich sehr traurig & bedrückend, da hier doch irgendwie Freundschaften auseinander fallen, aus Gründen, die eigentlich Kinder in dem Alter nicht betreffen sollten.

Etwas gewöhnungsbedürftig & manchmal fraglich war das einzige Mädchen im Film und das schnelle Ausscheiden des Generals + deren Beziehung zueinander - auch wenn es wohl eine weitere Tiefe/Schicht in die Story bringen sollte. Auch der eine Junge der aus seinen Augen Laser schoß in seiner Einbildung war irgenndwie fehl am Platz.

Umso glaubwürdiger & hasserfüllter kommt der etwas dickliche neue Kapitäten der Gegenmannschaft rüber - ein guter Gegner & Bösewicht. Toll waren auch die vielen unterschiedlichen Charakter, die man sehr gut mit Erwachsenen assoziieren kann, für jeden was dabei, vom Außenseiter bis zum Leader, nie Schwarz-Weiß-Malerei. Auch richtig wichtig war, dass es auf beiden Seiten positive Erscheinungen gab, was kein Gut oder Böse schuf, sondern verschwimmende Linie & Sympathie auf beiden Seiten.

Fazit: schade, dass sich die aktuelle Kindergeneration wohl weitaus weniger an solchen Szenarien, Spiele & Konfrontationen erinnern können wird, vor lauter Internet, Handy & vollgepackten Wochenplänen... aber Kinder der 90er die nun zu Filmfans herangewachsen sind, werden "I Declare War" Einiges abgewinnen können!

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