Der Filmstudent Alex, der am liebsten mißglückte Jackie Chan-Hommagen fabriziert, hat einige Probleme: Um seinen College-Abschluß zu bekommen, soll er endlich ein ambitioniertes Filmprojekt vorlegen. Zugleich droht der Kredithai Mr. Z mit drastischen Maßnahmen, wenn er ihm nicht innerhalb kurzer Zeit das geliehene Geld samt Zinsen zurückzahlt. Als Alex schließlich erfährt, daß seine neue Nachbarin Blue als Auftragskiller arbeitet, hat er die rettende Idee: Er will einen Dokumentarfilm über ihren Arbeitsalltag drehen und sie zu diesem Zweck zu ihrem nächsten Auftrag nach Miami begeleiten. Blue, die ein begeisterter Filmfan ist, stimmt zu und gemeinsam mit Alex‘ Mitbewohner, dem neurotischen Kunststudenten Lars, machen sie sich auf die Reise …
Der 1999 in der Regie von Matthew Leutwyler entstandene Road Kill ist eine billige kleine Produktion abseits des Hollywood-Einheitsbreis, in der Satire, Drama und Roadmovie eine recht gelungene Symbiose eingehen. Zwar agiert Ron Altomare als Alex etwas farblos, dafür überzeugt aber der Rest der Besetzung, allen voran Jennifer Rubin mit ihrer einfühlsamen und sympathischen Darstellung Blues sowie Billy Jayne als tuntiger Kunststudent Lars, der alle Welt permanent mit seiner Lactoseallergie nervt. Seine Stärken entfaltet der Film vor allem in den grotesk-schwarzhumorigen Szenen und ruft hier fast schon Erinnerungen an Quentin Tarantino wach: So läßt z. B. Mr. Z zur Abschreckung Lars die Nase aufschlitzen, zeigt sich im Anschluß aber aufrichtig erschüttert über ein versehentlich demoliertes Regal in der Wohnung. Später begegnet man einem Barbesitzer, der abgetrennte Zehen sammelt, um damit einmalige Cocktails zu mixen und schließlich erschießt Alex – als er entsetzt bemerkt, daß die Filmrolle in seiner Kamera voll war, bevor Blue ihren Job erledigte - eine Leiche gleich noch ein zweites Mal. Im Kontrast dazu stehen die ernsteren Handlungsstränge: Natürlich hat Blue eigentlich keinen Spaß an ihrem Job und erzählt schließlich, daß sie als Kind von ihrem Stiefvater mißbraucht wurde. Anfangs wirkt dies auf den Zuschauer eine etwas verunglückte Rechtfertigung für das eigentliche Thema des Films und nimmt der Story einiges von ihrer satirischen Schärfe. Doch als Blue schließlich ihren Stiefvater aufsucht, um sich an ihm zu rächen, zieht für kurze Zeit eine wirklich ungemütliche Stimmung in den Film ein. Blues Rache endet in einem Fiasko, sie erleidet einen Nervenzusammenbruch. Völlig unpassend und all zu gefällig geraten erscheint dann jedoch das allgemeine Happy End: Alex bekommt seinen Abschluß, Lars hat seine erste eigene Ausstellung und Blue kann endlich ein normales Leben führen. Dieser banale Schluß ist leider ein arger Wermutstropfen in dem ansonsten überwiegend gelungenen Film.