Review

Hirn aus, anschnallen und festkrallen - denn hier kommt "Premium Rush".
In "Premium Rush" wird das gefährliche Leben von den NewYorker Fahrradkurrieren dargestellt. Einer von ihnen ist Wilee (Joseph Gordon-Levitt mit knackigen Oberschenkeln und Waden aus Stahl), der jeden Tag sein Leben für 80 Dollar riskiert um ein Päckchen/Brief von Punkt "A" zu Punkt "B" zu bringen. Als Wilee eines Tages einen Brief nach Chinatown bringen soll, verfolgt ihn  der Cop Bobby Monday (Michael Shannon) durch die New Yorker Innenstadt, der unbedingt diesen Briefumschlag haben will...



Was für den Tuning-Freund "Fast & Furious" (bis Teil 3) war, ist "Premium Rush" für Fahrradfreunde. Wilee und einige Nebencharaktere werden während der Nonstop-Action vorgestellt, die zu keiner Zeit dem Zuschauer eine Pause gönnt. Die Rennen durch die New Yorker Straßen sind zwar absolut realitätsfremd - denn ganz ehrlich: wenn man SO fahren würde, wäre man spätestens an der dritten Kreuzung tot - aber wer auf den Hauch Realismus verzichten kann, ist hier bestens aufgehoben. Wilee ist eigentlich noch härter  als die anderen Fahrradkurriere. Er hat lediglich einen Gang, ist nur mit einem Helm bewaffnet und hat seine Bremsen am Bike abgeschraubt, da er der festen Überzeugung ist, dass Bremsen in diesem Beruf tödlich sein können.
Mir persönlich ist Joseph Gordon-Levitt´s Charakter auf Anhieb sympathisch. Er braucht den Adrenalin-Kick, kann sich selbst nicht in seinem Alter als Krawattenträger mit einem hochbezahlten Büro-Job vorstellen und will lieber mit Körpereinsatz und Adrenalin sein Geld verdienen.

Die Story ansich ist hauchdünn, dennoch braucht kein Schwein bei diesen atemberaubenden Verfolgungsjagden mehr Plot als eben vorhanden ist. Aus den Szenen wird alles raugeholt, was man mit verschiedenen Kameraperspektiven rausholen kann. Die Krönung dürfte der kurzzeitige Einsatz eines Mountain-Bikes sein, bei dem man allerlei Hüpfereien durch einen, nennen wir es mal, Hindernissparcours bestaunen kann.
Als Gegenspieler ist die Rolle mit Michael Shannon sehr gut besetzt (er bringt seine Paranoia vom Set von "Take Shelter" gerade mit), auch wenn dieser Charakter eher ein Witz von Böser Bube ist. Shannon spielt diese Rolle zwar klasse, dennoch fühlt sich diese Figur an, als wäre sie desöfteren mal gegen die Wand gelaufen. An anderen Stellen wirkt Shannon aber wieder dämonisch gut.
Hier und da werden Running Gags eingebaut, (z.B. der immer in die Quere kommende Fahrrad-Polizist, der jedesmal den Kürzeren zieht). Wolé Parks Rolle als konkurrierender Bote Manny soll wohl auch in diese Humor-Nische springen, wirkt aber eher als störend und im Weg stehend.


Für Leute, die Anspruch oder Weisheiten in Filmen suchen, die sind bei "Premium Rush" komplett an der falschen Stelle. Hier geht es nur darum, eine Verfolgungsjagd an die nächste dranzuhängen. Und dies in einem Tempo, bei dem jedem Zuschauer die Spucke wegbleibt.
 Dementsprechend reduziert sich aber auch der Wiedersehwert lediglich auf die Action-Szenen, da "Premium Rush" ansonsten nichts zu bieten hat (naja, noch zwei gute Darsteller eben).
Für alle Leute die auf gepimpte Fortbewegungsmittel stehen, dürfte dieser Film ein Volltreffer sein.

8/10

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