Review

Meine retroskeptiven Dudi-Recherechen gehen weiter. Nachdem ich vor kurzem das zweifelhafte „Vergnügen“ hatte „Der Scharfschütze“ zu sehen (siehe auch mein Review), ergab sich danach die Möglichkeit für mich ein weiteres Filmchen mit dem ehemaligen Actionstar Michael Dudikoff zu sehen: „Freedom Strike“ hieß es und erweckte einzig und allein durch den Hauptdarsteller meine Aufmerksamkeit. Weder der „originelle“ Titel, noch die hanebüchene Story und schon gar nicht die sonstige Besetzung hätten mich ansonsten dazu getrieben, diesen Film zu schauen.

Angelegt ist „Freedom Strike“ als eine Mischung aus „Top Gun“-Fliegeraction und Spezialeinheiteninfiltrationsgelöt a la „Navy Seals“. Eine wirre und hanebüchene Story um einen Nahostkonflikt bildet dafür den Rahmen. „Freedom Strike“ kann an keinem der genannten filmischen Vorbildern auch nur kratzen. Dies hat leider eine Vielzahl von Gründen: Die Fliegerszenen sind offensichtlich Stock Footage-Material, denn sie sind ganz eindeutig mit erheblich größerem Aufwand gedreht worden als der Rest des Films. Außerdem wird deutlich, dass der Regisseur diese Szenen auch wesentlich länger benutzt, als es für die Story eigentlich nötig gewesen wäre. In diese Fliegerszenen (an denen ja filmisch nichts auszusetzen ist), wurden dann aber noch billig aussehende Explosionen kopiert, die den eigentlich positiv gewollten Effekt dieser Szenen ad absurdum führen. Auch die Studiokulissen wirken karg und trist. So wirkt z.B. das Büro des Präsidenten einfach nur lächerlich. Dies ist aber auch nur ein Beispiel. Fast alle Akteure müssen sich vor traurigen Kulissen abmühen. Auch an der Darstellerfront gibt es nicht viel Positives zu berichten: Michael Dudikoff müht sich redlich, spielt keinen Deut schlechter als Genrekonurrenz wie Seagal oder Van Damme (eher einen Deut besser), muß aber dennoch in so unterirdischen Produktionen mitwirken. Außerdem ist in der einen oder anderen Szene ein Bauchansatz zu sehen. Wahrscheinlich verhageln solche Produktion auch dem enthusiastischsten Actionstar die Lust aufs Training. Die anderen Schauspieler sind nicht der Rede wert. Auch nicht der ehemalige Rapper Tone Loc, dessen Talent noch unterhalb von den ebenfalls schauspielernden Rappern Ice T pder Snoop Dogg anzusiedeln ist. Alles in allem kommt bei „Freedom Strike“ maximal ein gepflegtes „J.A.G.“-Feeling auf.

Nach Ansicht des Films kam mir wieder (wie auch nach „Der Scharfschütze“) die Frage auf, was passiert wäre, wenn Dudikoffs Karriere eine andere Wendung genommen hätte... „Nighthunter“ war der Film, der das Zeug dazu gehabt hätte, erfolgreicher zu sein und aus dem Dudi einen A-Star zu machen (siehe dazu auch mein Review). Wäre dies eingetreten, wäre filmischer Bodensatz wie „Freedom Strike“ wohl nie entstanden. Oder zumindest nicht mit dem „American Fighter“. Vielleicht hätte jemand anders in dieser Produktion mitspielen müssen. Dudi-Forscher wie ich dürfen gerne mal einen Blick riskieren, doch wer einen gescheiten B- oder sogar A-Actioner erwartet, der sollte um „Freedom Strike“ einen großen Bogen machen, denn auch hier muß man im Alphabet ein ganzes Stück weiter gehen, um diesen Film zu charakterisieren.

Fazit:

2/10

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