Wenn das Kind bereits mehr als zweimal in den Brunnen gefallen ist, wird es irgendwann schwierig, die Reihe um "Ring" fortzusetzen, ohne dass sich Teile der Kerngeschichte zwangsläufig wiederholen. Auch beim Film "Sadako", der jenes Kind beim Namen nennt, geschieht im Endeffekt nicht mehr als den Multimedia-Horror ein wenig fortzuführen und es final mit einigen Kriechmonstern anzureichern.
Lehrerin Akane hört von einem Internetvideo, welches jedem Zuschauer den Tod bringen soll. Es zeigt den Suizid eines jungen Mannes, der offenbar für den gewaltsamen Tod einer jungen Frau verantwortlich ist. Tatsächlich sterben nach Veröffentlichung des Videos eine Reihe Menschen, worunter auch Schülerinnen von Akane sind. Nun ist es an ihr, den Fluch zu beenden...
Das Prinzip der Verbreitung des Fluches ist gleich geblieben, denn waren es im Original noch Videobänder, so sorgt die fortgeschrittene Technik für Handy und Labtop, wobei es auch durchaus mal zur berühmten Fehlermeldung "404 - File not found" kommen kann, obgleich der Geist dadurch natürlich nicht verschwunden ist.
Dennoch bleibt die Hintergrundgeschichte nur sehr vage, über den jungen Selbstmörder erhält man lediglich schwammige Informationen und auch die Hauptfigur verkörpert einen eher eindimensionalen Charakter.
Ähnlich verhält es sich mit den 3D-Effekten, welche sich auf zerberstendes Glas aus Fenster oder Monitor beschränken, ab und an kommt eine Hand aus dem Monitor oder lange Haare bilden im Sog ein Knäuel, während die vermeintlichen Selbstmorde der jeweiligen Opfer eher unspektakulär ablaufen. Mal läuft jemand vor einen LKW, dann stürzt eine Person aus dem Fenster, anderweitig werden gar nur kurz die Leichen eingeblendet, um sich eventuellen Aufwand zu sparen.
Selbstverständlich führt der Weg erneut zum Ursprungsbrunnen, wo Akane immerhin einige Konfrontationen zu bestreiten hat. Das spinnenartige Wesen kommt zumindest einigermaßen creepy rüber, die CGI fallen passabel aus, die Soundeffekte sogar besser. Obgleich das letzte Drittel nicht mehr so recht zum Rest der Handlung passen will, kommt hier zumindest ein wenig Spannung auf, das leere Gebäude mit einigen Spinden und Rolltreppen verbreitet eine beklemmende Atmosphäre, nur der endgültige Ausgang gestaltet sich erneut reichlich unkreativ.
Leider ist von effektiven Schockeffekten kaum mehr etwas zu spüren, lange Finger und schwarze Haare reichen nicht mehr aus, um ein verwöhntes Publikum in seinen Bann zu ziehen, Motten, die nach gefaltetem Papierflieger aussehen erst recht nicht. Darstellerisch ist zwar nichts auszusetzen und bis auf ein paar überstrapazierte Blaufilter ist auch handwerklich alles im grünen Bereich, doch die ideenlose Story und die oftmals zu ruhige Umsetzung verschärfen den Eindruck, das Kind endlich im Brunnen ruhen zu lassen.
Knapp
5 von 10