Der Oscar-prämierte Streifen 'Argo' von und mit Ben Affleck liefert während der gesamten Laufzeit Spannung und ist auch während des recht langen Aufbaus der Story niemals langweilig. An die historische Begebenheit kann ich mich (damals war ich 9 Jahre alt) zwar noch erinnern, aber auch für Zuseher, die die Geschichte überhaupt nicht kannten, gelingt der Einstieg in den Film recht problemlos - denke ich zumindest.
Der Film hat während dieser Szenen irgendwie etwas von einer Dokumentation, was aber überhaupt nicht störend wirkt.
Die Leistung von Ben Affleck als Regisseur hat mich wirklich überzeugt. Der Film ist von Anfang bis Ende so spannend, dass der eine oder andere Fingernagel hat dran glauben müssen. Die Einstellungen bzw. Blickwinkel sind immer richtig und die Musik passt in die Zeit Ende der 70er Jahre.
Schauspielerisch wirkt er aber ein wenig zu statisch. Das soll nicht heißen, dass er die Hauptfigur Tony Mendez schlecht gespielt hätte. Aber irgendwie ist er mir während des ganzen Films hölzern vorgekommen. Viel besser hat mir da Bryan Cranston gefallen. Viele kennen ihn sicher aus 'Breaking Bad', aber er kann auch anders, wie seine Leistungen in diesem Film oder auch in 'Drive' zeigen.
Der Part von John Goodman kommt leider, genau wie der von Alan Arkin, zu kurz. Klar, dass die Story in Teheran und nicht in Hollywood spielt, aber ich hätte mir als Fan beider Schauspieler einfach ein wenig mehr Präsenz gewünscht.
Gut fand ich auch, dass im Abspann die kanadischen Reisepässe der echten Hausgäste bzw. Fotos der realen Personen im Vergleich zu den Schauspielern gezeigt werden. Ist eine nette Idee und man kann feststellen, dass das Casting wirklich hervorragend funktioniert hat.
Der Film ist aber leider typisch für die Heldenverehrung in den USA. Alles ist höher, besser, weiter als woanders. Ich kann das einfach nicht mehr sehen oder hören. Um in den Staaten Erfolg zu haben, hätte es dessen sicher nicht bedurft. Helden-Storys kommen dort doch immer gut an, zumal wenn sie real sind. Aber die Schluss-Szenen sowie die schwülstige Musik am Ende des Abspanns waren mir dann eindeutig zu viel des Nervigen.
Ich halte es bei meiner Bewertung des Films wie der User 'A Retro Kinski', dem das genauso wenig gefallen hat und vergebe ebenfalls 7/10.