Es gibt durchaus einige sehenswerte Filme, die im Hooligan-Bereich spielen, wie „Hooligans“ mit Elijah Wood oder „Football Factory“ mit Dany Dyer, doch hier dient die Thematik lediglich als Aufhänger für einen uninspirierten Kriminalfilm aus Großbritannien.
Mike Jacobs bekommt keinen Job und seine Freundin Katie drängt ihn ebenfalls zum Geldverdienen. Diese Gelegenheit ergibt sich, als Mike seinen alten Kumpel Eddie wieder sieht, den er aus gemeinsamen Hooligan-Tagen kennt. Zunächst geht es nur um eine harmlose Lieferung, doch bald gesellt sich Kreditkartenbetrug in großem Stil hinzu, so dass Mike in einen Sog gelangt, aus dem er nicht so ohne Weiteres wieder herauskommt…
Wer aufgrund Titels und Cover wilde Straßenschlägereien und aggressive „Fußballfans“ erwartet, dürfte bereits nach wenigen Minuten ernüchtert werden, denn die kurzen Inserts von Krawallen beschränken sich lediglich auf ein Ereignis. Fußballstadien werden überhaupt nicht mehr gestreift, denn im Verlauf wird beschrieben, wie Mike mit einem Team Geldautomaten unsicher macht, sich in zwielichtigen Clubs einige Seitensprünge gönnt und irgendwann nach Paris expandiert, wo es letztlich zu Problemen innerhalb der Gruppe kommt.
Dummerweise findet sich innerhalb der Geschichte nicht eine Figur, welche auch nur ansatzweise Sympathien ausstrahlt, zumal die Figuren null Charaktertiefe offenbaren.
Eindimensional geht die Chose vonstatten, es kommt zu keiner Zeit Spannung auf und auch Actionszenen sind nicht vorhanden, bis auf eine kurze Flucht vor der Polizei und ein kurzer Beschuss im Parkhaus.
Selbst Gewalteinlagen sind kaum auszumachen und deuten sich eher im Off und durch Schreie an, wodurch vor allem gegen Ende immer mehr Substanzlosigkeit offenbart wird.
Zwar gibt sich das Handwerk solide und mit Billy Murray als Chef der Gangsterbande performt zumindest ein Darsteller passabel, doch ansonsten ist mehr Langeweile im Spiel, als dass das fahrige Drehbuch auch nur ansatzweise überraschen könnte, was das viel zu abrupt eingefädelte Finale deutlich untermauert.
Vielleicht hätte sich Regisseur und Autor Paul Tanter eher auf komödiantisch angehauchten Stoff konzentrieren sollen, denn die Szenen als sich Mike etwa im Kindergarten oder in einer Damen-Boutique bewirbt, gehören zu den einzigen Lichtblicken mit leichtem Schmunzelfaktor.
Ansonsten dominieren Ziellosigkeit und Redundanz die Szenerien, unpointiert wird eine müde Gangstergeschichte abgespult, der es komplett an Finesse und einer spürbaren Dramaturgie mangelt und die obendrauf noch Fans von reinen Hooligan-Filmen verärgern dürfte.
2,5 von 10