Review

Eigentlich mag ich Alicia Silverstone nicht besonders und auch Brendon Fraser lockt mich nicht unbedingt hinterm Ofen hervor. Die beiden zusammen dann auch noch in einer romantischen Komödie? Auch nicht unbedingt das Genre, für das man sich als hartgesottener Science Fiction-, Horror- und Thriller-Spezi mal eben 100 Minuten seines Lebens opfern würde. So hat es dann doch einige Zeit gedauert, bis ich auf DVD in den Genuss des Streifens „EVE UND DER LETZTE GENTLEMAN“ gekommen bin.

Um es vorwegzunehmen: Ich habe die Wahl nicht bereut. Die abgefahrene Story um einen Jungen, der während der Kuba-Krise das Licht der Welt (ähm Verzeihung, des Nuklear-Schutz-Bunkers) erblickte und infolge der langen Inkubationszeit erst im Alter von 35 Jahren mit der Außenwelt konfrontiert wird, funktioniert von Beginn an. Die ersten Szenen, in denen wir die Lebensweise inkl. Einkaufsbummel und Freizeitaktivitäten im weitläufigen Schutzbunker des paranoiden Wissenschaftlers (wieder einmal genial: Christopher Walken) kennen lernen und das Aufwachsen von Adam unter Tage begleiten, gehören zu den stärksten Szenen des Films. Als Adam Jahrzehnte später an die Oberfläche geschickt wird, um Vorräte einzukaufen, beginnt die eigentliche Clou des Films, wenn die Tugenden der Jahre 1965 und die Lebensweise des 21. Jahrhunderts aufeinanderprallen.

Dass sich Adam schon nach 5 Minuten in die durchgeknallte Eve verliebt bis zum Ende des Films auch ihr Herz gewinnen wird kann man an dieser Stelle ohne Spoiler-Alarm getrost vorwegnehmen, ist es doch genau das, was wir von einer romantischen Komödie erwarten.
Dass in der fortlaufenden Liebesgeschichte letztendlich der Funke nicht auf den Zuschauer übersprühen will, liegt an der Figur von Alicia Silverstone, die meines Erachtens viel zu eindimensional dargestellt wird. Somit liegt die Last des Streifens auf den Schultern des kindlich-naiven Brendan Fraser, der mit seiner Figur für Humor, Emotionen und teilweise fantastische Situationskomik sorgt.

Hugh Wilson („Club der Teufelinnen“) hat mit diesem Streifen eine ansprechende Leistung abgeliefert, die aufgrund der Story, den sehr guten Darstellerleistungen und mit herzerfrischendem Witz überzeugt, auf emotionaler Ebene jedoch noch ausbaufähig gewesen wäre. Ansehen lohnt sich! (7,5 / 10)

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