Die Familie Weber flüchtet in den 60er Jahren in einen Schutzkeller unter ihrem Haus, weil sie glauben ein Atomkrieg wäre ausgebrochen. Helen bekommt dort unten einen Sohn, Adam, der nun seine gesamte Kindheit allein mit seinen Eltern in diesem Keller verbringt. Als er 35 Jahre alt ist, begibt er sich auf die Erdoberfläche, entdeckt die Welt und verliebt sich in Eve.
Die Neuverfilmung von Adam und Eva ist mal wieder eine typisch naiv-zuckrige Liebskomödie, so daß es mich echt gewundert hat den Namen Disney nicht zu lesen. Die Ausgangslage ist dabei recht amüsant. Jemand der sozusagen 35 Jahre unberührt in einer Zeitkapsel aufwächst, dessen einzige Kontaktpersonen die Eltern sind, stolpert in der Neuzeit natürlich durch die unbekannte Welt, wie ein Alien von einem fernen Planeten.
Man darf sich natürlich fragen wie man logistisch gesehen 35 Jahre in einem isolierten Areal überleben kann, ohne die Möglichkeit Vorräte aufzustocken. Zugegeben der Bunker hat eine Größe von enormen Ausmaßen, aber 3 Leute mit Nahrung und Wasser zu versorgen benötigt eher Lagerstätten in der Größe mehrerer Fußballfelder. Dazu der Wasserverbrauch, duschen und spülen dürfte ja flachfallen, über die sanitären Verhältnisse will ich lieber gar nicht spekulieren und ein Junge der 35 Jahre nur Mom und Dad vor sich hat, dürfte einen Ödipus Komplex entwickeln, wenn nicht noch schlimmeres. Egal, wir sind hier in einer Komödie, anything goes.
Der Humor ist dabei wie sein Hauptdarsteller nett und knuffig, wobei der spaßigste Teil ist eigentlich die erste halbe Stunde, die sich allein auf das seltsame Bunkerleben konzentriert. Christopher Walken und Sissy Spaceck geben daei schön surrile Eltern ab, die unfreiwillig versuchen die 60er und ihre Werte dem Junior zu vermitteln ohne zu ahnen, das sich die Welt auf der Oberfläche mächtig verändert hat. Das führt sogar soweit das sie von einigen leichtgläubigen Bewohnern als eine Art Gottheit verehrt werden.
Die folgende Oberwelt Periode ist zwar auch ganz ok, ist aber eher oberflächlich und vorhersehbar. Adam trifft die zickige Eve, hat Probleme mit busfahren und einkaufen und staunt buchstäblich Bauklötze als er zum ersten mal junge Mädchen oder farbige Menschen begegnet. Natürlich kriegen sich die beiden am Ende und auch die Eltern bekommen ihre heile Welt zurück. Das ist alles relativ unaufgeregt und wenig memorabel, es fehlen irgendwie die großen Highlights, an die man sich auch später noch erinnert. So bleibt ein harmloser Spaß, der nett unterhält, aber das wars dann auch schon.
6/10