„Bandhan“: Wenn Ehre zur Last wird – konfuses Drama voller Klischees
Bandhan versucht, ein Familiendrama mit actiongeladenen Momenten und romantischen Verwicklungen zu verbinden, scheitert dabei jedoch oft an seinem überladenen Drehbuch und den altbekannten Bollywood-Formeln der 90er-Jahre. Zwar bringt Jackie Shroff eine gewisse Gravitas in die Rolle des traditionsbewussten, aber leicht manipulierbaren Thakur, und Salman Khan sorgt in gewohnter Manier für die nötige Muskelkraft und einige charmante Szenen – dennoch bleibt der Film inhaltlich blass und dramaturgisch inkonsequent.
Die größte Schwäche von Bandhan liegt in seiner krampfhaften Mischung aus Familiendrama, Sozialkritik, Action und Romanze, die zu keinem Zeitpunkt wirklich ineinandergreifen wollen. Besonders die Charakterzeichnung leidet unter flachen Dialogen und vorhersehbaren Entwicklungen. Figuren wie Vaishali bleiben eindimensional, ihr plötzlicher Sinneswandel wirkt unglaubwürdig und hastig eingefügt. Auch die Liebesgeschichte zwischen Raju und Jyoti bleibt ohne emotionale Tiefe, da der Fokus zu oft auf unnötig dramatische Konfrontationen gelegt wird.
Inszenatorisch spiegelt sich das Chaos des Drehbuchs in uninspirierten Kampfszenen und einer teils unfreiwillig komischen Bildsprache wider. Selbst die Musik, die in Bollywood-Filmen dieser Ära oft noch rettet, bleibt generisch und wenig erinnerungswürdig. Bandhan hat sicher gute Ansätze, vor allem in seiner zentralen Frage nach Loyalität, Ehre und Selbstbestimmung – doch der Film verliert sich zu oft in konfusen Wendungen und klischeebehafteten Figuren, um wirklich zu berühren oder gar zu fesseln.