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Die Geschichte des Partisanen Sushenya der zu Unrecht beschuldigt wird seine Kameraden verraten zu haben und auf der Flucht ist, ist ein Psychothriller dem es nur durch die Kraft der Bilder und Darsteller gelingt eine Spannung aufzubauen. Es gibt keine Effekte oder großartigen Actionszenen. In fast dokumentarischer Form lebt IM NEBEL durch seine starken Figuren, ihren ausdrucksvollen Gesichtern. Ohne Musik und nur durch die Naturgeräusche wie Wasserrauschen, Vogelgezwitscher, Fliegen begleitet gibt es auch sehr zurückhaltende Dialoge und die ganze Mischung stimmt einfach.

Dazu gehört auch die zeitgerechte Ausstattung die jederzeit passend ist und weit ab von der üblichen brachialen Kriegsmaschinerie in diesem sonst eher technisch geprägten Genre. In dieser minimalistischen Form wurde ich an AGUIRRE, DER ZORN GOTTES von Werner Herzog erinnert. In Form von Rückblenden werden verschiedene Figuren tiefer in ihrer Entwicklung beleuchtet. Alles wirkt erfrischend roh, unverbraucht und nur der Erzeugung einer authentischen Stimmung untergeordnet.

Dass dabei auch in einigen Phasen die Geduld durch sehr lange Einstellungen ohne Schnitte und auch die etwas ereignisarmen und relativ langen Rückblenden etwas strapaziert wird kann als Nebensache betrachtet werden. Meines Erachtens wird durch diese Vorgehensweise auch die andere Seite des Krieges beleuchtet, jenseits der großen Schlachtfelder. Es ist die Seite der kleinen und unter Umständen versprengten Gruppen die sich in Lauerstellung versteckt hielten oder den Feind in Unterschlüpfen erwarteten. Dieser sehr an den Nerven zehrende Kriegsalltag ist es der den Mensch nachhaltig zermürbte, IM NEBEL zeigt diesen Aspekt sehr gelungen auf.

5,5/10 Punkten

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