Es beginnt mit dem sehr beliebten "Film im Film-Szenario" um die Zuschauer in der ersten Szene gleich zu verwirren und mit einer scheinbar noch trashigeren Szene aus einem Billigfilm zu überraschen um dann die Spannung aufzulösen. So wird meist erfolgreich suggeriert, dass es doch noch viel schlechtere Filme gibt und die Macher uns doch viel Besseres im Laufe des kommenden Films präsentieren werden. So geht auch PRIMITIVE vor und macht sich nach wenigen Sekunden schon über billige Monsterfilme mit Männern in schrägen Gummianzügen lustig. Kann er das Versprechen einlösen uns etwas mehr zu bieten?
Natürlich nicht, das hatten wir auch nicht erwartet, er liefert uns genau das vorgenannte: ein komisches Billigmonster in entsprechendem Kostüm. Aber vielleicht gibt es ein wenig aufwühlende Monsteraction, Blut, schrägen Humor, das übliche junge Busenfleisch oder alles zusammen zu bewundern? Ich darf leider die Erwartungen erneut bremsen. Nach anfänglich aufgebautem Charme plätschert die Handlung so dahin und wir warten sehnlichst, aber vergeblich auf die liebgewonnen vorgenannten wichtigen Trashelemente. Ab und zu gibt es ein wenig schwarzer Schleim und ein wildes "Monster" ist für Sekunden im Bild.
Die ziemlich statische Maske würde beim Karneval sicherlich das ein oder andere Kleinkind erschrecken, verfehlt aber seine Wirkung auch bei Kummer gewohnten Trash-Horrorfans. Dabei ist die FSK 16 sogar in Ordnung, denn es gibt auch mal lose Körperteile oder herausgerissenen Gedärmebrei, der sich auf den Boden ergießt wenn das Tierchen gezielt zuschlägt. Zumindest handgemacht sind diese Effekte. Einen guten Eindruck von diesem Monsterfreund gibt das Cover durchaus. Im Prinzip handelt sich um einen normal großen behaarten Kasperkopf, der mit seinem extrem schielenden Blick wie ein ziemlich bekiffter Bigfoot (aka Sasquatch) wirkt.
Leider hat er nur eine handvoll Auftritte und ist auch nicht der beste und Kämpfer unter der Sonne und so gibt es viel Raum für Katz- und Mausspiele mit unseren Top-Darstellern. Ich habe ja noch gar nichts über die eigentliche Handlung gesagt? Macht nichts, die ist wie immer totale Nebensache. "Monster jagt Menschen" reicht doch und mehr ist es auch nicht. Eines sieht man dem Filmchen durchaus an: die große Liebe der Macher für Horrorfilme und das entsprechend trashige Monster. PRIMITIVE hat durchaus einen gewissen Charme und könnte auch den 70er/80er Jahren entsprungen sein und versucht nicht mehr zu sein als er ist. Somit könnte er für Hardcore Monstertrash Fans ohne jegliche Erwartungen durchaus einen minimalen Blick wert sein.
3,5/10 Bigfoot-Fürzen....äh,....Punkten