Bis 2013 wurde die Existenz von Area 51 nie wirklich bestritten, allerdings auch nie offiziell bestätigt. Das riesige Areal im Süden Nevadas dient der US-Air-Force als Gelände für neue Technologien und als Trainingsplatz. Verschwörungstheoretiker gehen eher davon aus, hier Aliens und ihren umfangreichen Anhang vorzufinden, obgleich es hierfür keine handfesten Indizien gibt.
Die Studenten Reid, Darrin, Ben und Jelena wollen als erste Zivilisten überhaupt Bilder vom Gelände des Area 51 liefern, auf dem einst Jelenas Vater arbeitete. Dort angekommen treten sie etwas los, mit dem selbst das dort operierende Militär überfordert scheint…
Es ist die erst zweite Regiearbeit von Oren Peli, der 2007 mit „Paranormal Activity“ einen kleinen Meilenstein im Bereich Found Footage hervorbrachte. Auch hier setzt er wieder komplett auf Handkamera mit Nachtsicht, Wackeloptik und Bildstörungen, wobei es etwas zu lange dauert, bis die Gruppe endlich in Aktion tritt, während die Vorbereitungen nebst einer einleitenden Party nicht sonderlich interessant ausfallen.
Speziell die Jungs offenbaren eine Mischung aus gnadenloser Naivität, ungestümer Risikobereitschaft und eine Form von Spontanität, die eigentlich noch vorm Betreten des Gebietes bestraft werden müsste, als sie in ein Haus einbrechen und dort die Zugangskarte eines Mitarbeiters entwenden, während sich dieser schlafend im Raum befindet.
Anderweitig sind einige Vorkehrungen pfiffig, wie etwa ein Anzug, der nicht von Wärmebildkameras erfasst wird oder Störsender, um Bewegungsmelder in die Irre zu leiten. Manches wirkt zwar wie aus einer Reihe von YPS Heften gesammelt und es scheint alles andere als logisch, dass sich auf dem Gelände nicht eine Überwachungskamera befindet, doch erst einmal in den Laborräumen angekommen, herrscht ein ordentliches Tempo vor und die Hatz zwischen Verstecken, Ausweichen und Flucht macht durchaus Laune und bringt einige spannende Momente hervor.
Auf ausgefeilte Dialoge sollte man bei solch einem Szenario nicht setzen, denn Satzteile wiederholen sich einige Male und gegen Ende stammelt man nur noch Wortfetzen. Die Bedrohung, die nicht nur von den wenigen Mitarbeitern ausgeht, wird soundtechnisch sehr gut in den Vordergrund gerückt, wobei glücklicherweise nicht allzu viel preisgegeben wird. Stattdessen werden eher Rätsel aufgegeben, etwa bei einer großen Sammlung von Spielzeug und Kinderkleidung.
Die Kameraführung sorgt insgesamt für Übersicht, nur unter einer zusätzlichen Kopfbedeckung ist im Nachtsichtmodus kaum etwas zu erkennen, während sich hektische Schlenker und überhastete Bewegungen im Rahmen halten, zumal kleine Kameras direkt am Körper geführt werden und dadurch das übliche Wackeln beim Rennen mit Handkamera weitgehend wegfällt.
Im letzten Drittel wird das Geschehen durch zwei parallel ablaufende Handlungsstränge dominiert, was durchaus Dynamik ins Spiel bringt. Demgegenüber kommt der Abschluss reichlich lieblos daher, obgleich die dazugehörigen Effekte in Ordnung gehen, speziell einige CGI können sich sehen lassen.
Mit „Area 51“ wird kein großes Fass aufgemacht, auch wenn man das hinsichtlich jahrzehntelanger Verschwörungstheorien vermuten könnte. Es wird erwartungsgemäß geliefert, was der Genrefreund zu sehen hofft, davon aber auch nur soviel, dass die Fantasie noch ein wenig angeregt wird. Naiv und mit Logiklücken durchsetzt, liefert Peli keinen wirklich ernst zu nehmenden Thriller, sondern einen, der handwerklich okay geht und eine ordentliche Handvoll Spannungsmomente mitbringt.
6 von 10