Die bei einem schwulen Väterpaar aufgewachsenen Zwillinge Sophie (Carice van Houten) und Daans (Jelka van Houten) sind höchst unterschiedlich. Sophie ist Single und lebt nur für ihre Karriere, während Daan von ihrem Mann dominiert wird. Als sie erfahren, dass ihre Leihmutter (Holly Hunter) im Krankenhaus liegt und Hilfe braucht, fliegen sie in die USA…
Antoinette Beumers („The Happy Housewife“ 2010) schönes Roadmovie ist zwar eine rein niederländische Produktion, gedreht allerdings größtenteils vor tollen nordamerikanischen Kulissen, wie dem Naturpark White Sands in New Mexico. Zudem kann die großartige Holly Hunter („Arizona Junior“ 1987, „Familienfest und andere Schwierigkeiten“ 1995) für die Titelrolle verpflichtet werden, die den Weg vom Bildschirm zurück auf die Leinwand gefunden hat und hier wieder eine starke Probe ihrer Kunst liefert, wobei sie die guten van Houten Schwestern mühelos an die Wand spielt. Denn Mama Jackie, ihren Töchtern zuvor gänzlich unbekannt, ist ein verbittertes, wortkarges altes Weib, das in einem Caravan lebt und neben dem Beinbruch, der die Nachkommen herbeiruft, auch noch Multiple Sklerose hat. Natürlich stößt so eine Mama zuerst auf Ablehnung, dass sich die Familie später aber annähern und schließlich lieben lernen wird, ist von Anfang an klar, wird aber auf sympathische Weise kurzweilig erzählt. Nach einer überraschenden Wendung verliert der Film leider in der letzten Viertelstunde sein Tempo und mündet in ein allzu rosarot gezeichnetes, nicht besonders realistisches Ende. Trotzdem schön! (7,5/10)