Der indisch-stämmige Regisseur M.Night Shyamalan schuf 1999 mit dem Mysterythriller „The Sixth Sense“ mit einem Einspielergebnis von über 600 Mio.US-$ einen der erfolgreichsten Filme aller Zeiten. Der Mystery-Film wurde wieder populär und boomte durch diesen Film. Klar, dass Hollywood da Morgenluft roch und ihm auch weitere Projekte anvertraute. Die überraschende Wendung (welche in „The Sixth Sense“ zweifellos genial vorgetragen wurde) wurde fortan zu Shyamalans Markenzeichen oder zu seinem Fluch – je nach Betrachtungswinkel. So spaltete der Comic-Mythos meets Mystery-Quark „Unbreakable – Unzerbrechlich“ 2000 Kritiker und Publikum, da hier zu platt nur auf die finale überraschende Wendung hingearbeitet wurde. Ebenso bei „The Village“, wo die Auflösung leider etwas zu früh erfolgte und im Nachhinein einfach nur zweitklassig wirkt. „Signs – Zeichen“ bildet zwar keine Ausnahme aus dem pseudo-mysteriösen Einheitsbrei Shyamalans, ist aber zum Glück nicht ganz so bemüht um Originalität.
Die Story ist schnell erzählt: Nach dem Tod seiner Frau lebt Pater Graham (Mel Gibson) zusammen mit seinen 2 Kindern und seinem Bruder (Joaquin Phoenix) abgelegen auf einer Farm. Eines Tages entdecken sie dort Kornkreise und es stellt sich die Frage, wer dafür verantwortlich ist…
Wer dafür verantwortlich ist (der eigentliche Spannungsmoment im Film) wird schon nach etwa der Hälfte des Films verraten. Ab da wird die Spannungsschraube dennoch unerbittlich weiter angezogen, wenn auch durch die bloße Angst der Protagonisten.
Ebenso wie bei „The Sixth Sense“ ist auch „Signs – Zeichen“ kein simpler Mystery-Film, sondern besticht auch als intensives Psycho- und Familien-Drama um Bedrohung, Trauer und Streit. Die finale Wendung ist gar nicht so originell, dennoch unerwartet. Allerdings wirkt hier die mysteriöse Komponente, um den letzte Rat seiner sterbenden Frau allzu bemüht und unglaubwürdig – das hätte der sonst durchaus überzeugende Film nicht mehr gebraucht.
Der Zuschauer ist aber letztendlich dennoch enttäuscht, wenn sich all das, was sich über den gesamten Film hinweg bedeutungsschwanger zusammenbraut in einem enttäuschenden und krampfhaft-mysteriösen Finale entlädt. Hier gilt ebenso wie bei „The Village“: man hätte wirklich mehr draus machen können.
Dennoch bleibt „Signs –Zeichen“ ein guter Suspense-Film, dessen neuer Meister M.Night Shyamalan zu sein scheint. „The Sixth Sense“ bleibt jedoch (mit Klassenunterschied) unerreicht.