Spider
Sehr ruhiger Film, was die Machart, die Entfaltung des Plots und das agieren der Protagonisten angeht.
Allein deswegen wohl schon von vornherein Geschmackssache.
Doch lässt man sich auf diese sehr geruhsame Erzählweise ein und lernt die wenigen wichtigen Charaktere näher kennen bekommt man ein, zwar subtiles, dennoch fast schon sog artig fesselndes, Psychodrama geboten, wie es gerade in den heutigen Zeiten, kaum noch den Weg auf die große Leinwand finden kann. Zu sehr sind hier die Schranken gegen den Mainstream gerichtet und nahezu jede Einstellung, jede minimalistisch erscheinende musikalische Untermalung und vor allem die brillanten Darsteller, insbesondere natürlich Ralph Fiennes in der Hauptrolle, sind gleichermaßen die Betätigung dafür.
Die wenigen Locations, welche London dann auch meist steril, dunkel und nass erscheinen lassen haben nicht ungewollt einen Kammerspielcharakter, weshalb die Atmosphäre von der ersten Minute an als sehr bedrückend und ausweglos zu beschreiben ist.
Natürlich bleibt der Grad zwischen Unterhaltung und gepflegter Langeweile über die gesamte Laufzeit schmal, doch Regisseur David Cronenberg kann wegen der Betrachtungsweise des Hauptcharakters, dem ganzen Szenario einige interessante Aspekte abgewinnen und reichert trotz optischer Zurückhaltung (null Action, keine schnellen Schnittfolgen und Zeitlupen), das ganze mit vielen, teils skurrilen Details an. Auf diese Weise wird die Welt um den autistischen Dennis Clegg (Fiennes) wunderbar und mit dem nötigen Feingefühl gezeichnet.
Für Freunde der etwas anderen Unterhaltung sicher eine kleine Entdeckung wert, sollten Action,- bzw. Krimifetischisten definitiv die Finger davon lassen.
8 von 10