Als Fortsetzung zu Painted Skin (2008) dem äußeren Anschein nach betiteltes Fantasy - Liebes - Drama, welches auch ein Gut- und Großteil der dortigen Besetzung, darunter die Starschauspieler Chen Kun, Vicki Zhao Wei und Zhou Xun, dieselbe auch in gleicher Rolle, ansonsten aber keine weiteren direkten Referenzen übernimmt. Die Veränderung der Ausgangslage, der eigentlich geplanten exakten Weiterführung, auch der Regiewechsel von Gordon Chan, der währenddessen Mural a.k.a. Painted Wall (2011) bewerkstelligt hat, schlagen sich im Ton des Filmes und der Gesamtheit der Aufnahme unweigerlich wieder. Von Kritikern durchaus wohl besprochen und beim Publikum äußerst lukrativ, als mit etwa 110 Mio. USD Erlös derzeit Erfolgreichster Chinesischer Box Office Hit überhaupt lanciert, sind die Änderungen von zuweilen schon erfrischenden, teils aber recht störendem bis entnervenden Sinn. Heute noch pompös und vollgestopft wie als Achterbahnfahrt voll Animationssequenzen zwischen Traum und Alb, und morgen schon auf theaterhafte Melodramatik ohne Gefühl und richtige Emotion und im meta-tragischen Rundumschlag fixiert:
Fuchsdämonin Xiaowei [ Zhou Xun ] schließt sich in Tarnung eines Dienstmädchens und in Begleitung der ebenfalls mit übernatürlichen Kräften ausgestatteten Quer [ Mini Yang ] dem Gefolge der Prinzessin Jing [ Vicky Zhao Wei ] an, der letzten Unverheiraten von insgesamt vierzehn Töchtern des Königs. Jing, die zwar theoretisch und für die Wahrung des Landesfriedens dem Königreich von Tianlang versprochen ist, hat zwar mit dem nunmehr zum General gewordenen Huo Xin [ Chen Kun ] seit frühen Kindheitstagen eine innige Liebe vor sich, den Standesunterschied aber dazwischen und auch die Ablehnung von Huo Xin vor Augen. Im Glauben, dies läge an ihrer Verletzung im Gesicht, die sie mit einer Goldenen Maske zu bergen versucht, und nicht an der Erfüllung der Treue des Generals, geht Jing mit der Dämonin einen verhängnisvollen Pakt ein; der nicht nur den Dämonenjäger Pang [ William Feng ], sondern auch das umsonst wartende Tianlang mit ihrer erbosten Königin [ Chen Tingjia ] und Hohepriester [ Kris Phillips ] auf den Plan ruft.
Eine Weiterführung nur dem Namen nach, mit wortwörtlich seltsamer Metamorphose.
Die Gefahr des schieren Verfallens in rein optischen Bombast mit wenig Deckung außerhalb von CGI und RPG liegt besonders in der ersten Hälfte des Stückes, welches in scheinbar spektakulärer Mythologie zwar zum Schaudern und zum Mitfühlen einladen will, aber bald und dann auch noch lang anhaltend zur apathischen Übersättigung hin tangiert. Gerade die Dreiecksbeziehung, die abgeschottet von wirklich Allem Anderen im geschlossenen Hinterzimmer und so auch konträr zu dem kolportierten Big Budget von fast 24 Mio. USD stattfindet, stellt sich als Geduldsprobe fader Blässe und Schwerfälligkeit mit Absicht dar. Von der Anlage und der Gestaltung her ist die Handlung eindeutig bestimmt von den und eigentlich auch anvisiert für die Frauen. Die Damen in der Runde entscheiden, was und wen und wie sie wollen, und sie tun auch, was die Männer, die hier von Stand und Herkunft her schon zweiter Garnitur sind, eigentlich noch weiter in den Außenrand und als schicke Staffage schiebt. Nur leider kommt von den Frauen, die optisch auf den ersten Blick sicherlich attraktiv, dann im Spiel aber mit festgefrorenen Ausdruck und steifem Monolog und Dialog geplagt sind, keinerlei Inspiration oder ein anderes tatsächliches Ziel; das mit größte Manko in der Bearbeitung des mongolisch stämmigen Regisseur Wuershan, der nach dem Studium der Öl- und damit der Königsdisziplin der Malerei und Arbeiten für die Werbebranche 2012 sein feature film Debüt mit The Butcher, the Chef and the Swordsman gefeiert hat.
Denn dreht sich der Blick im Inhalt immer um die Liebe bzw. den Weg dahin und die Gründe dagegen oder dafür, so schweift die Kamera in reines Fantasiegebilde, in Schwarz- und in Rückblenden, in drögem Ausgesprochenen oder in banalem Dahergesage ab. Nach außen hin die wahre, die ferne und die fremde Effektwelt, nach innen kein spürbares Leben, was dem schon seit Jahren und Jahrzehnten dauernden Verlangen nach dem "Romeo & Julia" - artigen Nichthabenkönnen oder doch Nichthabenwollen oder doch Nichtseindürfen mehr als das bloße Rascheln der Drehbuchseiten und anstrengend-regungslose Deklarieren auf der Bühne nicht beibringt.
Farbe ins Spiel kommt so tatsächlich nur durch die böse Seite der Geschicht', durch die Bedrohung von außen, die als Kult mit Teufelsanbeterei, Totenschädeln, Tierkadavern und allerlei anderen Monstrositäten wie wilde Kreuzungen aus Mensch und Wolf, sowie massigen und maskierten Riesen und so erschreckender (und erschrecken übertriebener) Drohgebärde vor den Toren der Stadt agiert. Gefangen zwischen Stolzieren und Rezitieren im Prinzessinengemach, diversen künstlichen Erscheinungen, diversen künstlerischen Popanz und einem Esoterikmalwettbewerb mal hin zur weißen und mal zur schwarzen Magie voll Boo-hoo, Bohei und Abrakadabra pendelnd, wird hier ein seltsames Durcheinander, auch in der Inszenierung zwischen Hopp und Top, wie als Scheideweg zwischen dem Opus eines The Banquet (2006) und dem absurden Charme der Tage um Wolf Devil Woman (1982) präsentiert. Gleichzeitig kommerziell sicher und trotzdem mit gar absurden Wiegen zwischen einem filmisches Ungetüm und lächerlicher Langeweile und so doch mit Leidenschaft, wenn auch nur in der Disharmonie und der Quacksalberei.