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Als jemand vor einigen Jahren tote Menschen sehen konnte, wurde der damals elfjährige Haley Joel Osment für einen Oscar nominiert, was Hauptdarsteller Anton Yelchin mit größter Wahrscheinlichkeit verwehrt bleiben dürfte. Dabei macht sein Spiel enorm Laune und verschmilzt geradezu mit der irren Genre-Mixtur, die Stephen Sommers ("Die Mumie") uns hier auftischt.

Odd Thomas (Yelchin) lebt im kleinen Kaff Pico Mundo und sieht die Geister kürzlich Verstorbener, die mit ihm nonverbal kommunizieren können und dadurch so manches Verbrechen aufklären konnten. Gleichzeitig nimmt Odd die Bodachs wahr, transparente Wesen, welche den baldigen Tod ankündigen. Als im Örtchen immer mehr Bodachs auftauchen, wittert Odd einen ganz fiesen Coup...

Sommers schafft es binnen weniger Momente, seinen Helden zu etablieren und ihm ein paar gut gelaunte Off Kommentare zu entlocken, während die Erzählung vom ersten Moment an aufs Gas drückt, als Odd einen mutmaßlichen Verbrecher durch einige Vorstadtgärten verfolgt und es schließlich zu einer wüsten Prügelei kommt. Die Chemie zwischen ihm und seiner Freundin Stormy (Addison Timlin) stimmt ebenfalls und auch der örtliche Polizeichef (Willem Dafoe), der in Odds Fähigkeiten eingeweiht ist, fürs Protokoll jedoch ständig schummeln muss, ist nicht der erwartete Miesepeter, sondern ein aufgeschlossener Chief, der das Übersinnliche eben nicht wie alle anderen als Humbug abtut.

Drehbuchautor und Regisseur Sommers dürfte es nicht leicht gehabt haben, die Romanvorlage von Dean Koontz umzusetzen, denn diese bietet im Grunde von jedem Genre ein bisschen. So wirkt die Geschichte zwischen Comedy, Action, Grusel, Mystery, Krimi und Coming-of-Age Heldendrama zuweilen ein wenig überfrachtet, was dem Unterhaltungswert jedoch kaum schadet, auch wenn das Ratespiel um einen Täterkreis eher überschaubar ausfällt.

Inszenatorisch gelingt stets die Gradwanderung zwischen Coolness und kühler Berechnung, da einige Szenenübergänge, Inserts und Flashbacks den nötigen Witz mitbringen, während die Effekte in Form von CGI eher zweckdienlich ausfallen, zumal die glasig silbrig schimmernden Bodachs etwas zu geballt und vordergründig aufkreuzen und phasenweise ein wenig den Reiz des Mysteriösen schmälern.

Ansonsten herrscht schlichtweg gute Laune, etwa, als Odd im Schnellrestaurant mit den Zutaten jongliert oder das Verstecken einer Leiche mit tiefschwarzem Humor durchzogen ist, während der Einbruch in die Behausung eines Verdächtigen einige spannende Momente zutage fördert. Darüber hinaus punktet ab und an der Dialogwitz, die Spielfreude sämtlicher Beteiligter ist ebenfalls nicht zu übersehen und auch wenn es gegen Ende noch einmal ein wenig melodramatisch zugeht, vermag der dazugehörige Twist ebenfalls zu überzeugen.

Die Mischung aus "Frighteners", "The Gathering" und "Final Destination" ist für Freunde anspruchslosen Popkornkinos definitiv eine gute Wahl, da von der treffenden Besetzung über die ausgewogene Mixtur aus Tempo, Humor und Spannung bis hin zum versöhnlichen Ausklang der Geschichte nicht viele negative Kritikpunkte auszumachen sind.
Sommers untermauert damit erneut, dass man aus einer banalen Vorlage einen schlichten Gute-Laune-Film basteln kann, - charmant, kurzweilig und mit angenehmer Leichtigkeit vorgetragen.
8,5 von 10

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