Review

Ich habe ja schon viel gesehen, aber der Hype um DAS VERBORGENE GESICHT ist nicht berechtigt. Ein Teil der durchwachsenen schauspielerischen Leistungen sowie der naiv-unbeabsichtigt-lachhaften Dialoge und Selbstgespräche der Protagonisten gehen sicher auf das Konto der miesen Deutschen Synchronisation. Dazu kann der Film nichts. Aber auch im Original mit Untertiteln wird das Gesehene nur erträglicher, nicht besser. Das auch einiges technisch gesehen unlogisch bzw. sehr schwierig nachzuvollziehen ist, lasse ich sogar mal außer Acht, da der Film sich mit der Handlung auf gewagtes Terrain begibt und das soll durchaus gelobt werden. Aber nur eine - zugegeben sehr überraschende - Wendung in der Handlung alleine macht noch keinen guten Film.

Entgegen meiner sonstigen Gepflogenheit lasse ich jegliche Beschreibung der Story weg um keinen Anhalt für Spoiler zu geben. Der Film funktioniert nämlich am besten, ich würde sogar sagen NUR dann, wenn man nicht viel vorher weiß. DAS VERBORGENE GESICHT startet mit einer zähen 08/15 Lovestory, biegt dann in Richtung Thriller ab um dann unter stets aufgesetzter melodramatischer Musik in eben die nicht vorauszusehende Richtung abzudriften. Andernorts gesehene Vergleiche mit CABIN IN THE WOODS sind geradezu eine Beleidigung für diesen so kreativen Horrorstreifen. Mit Horror im eigentlichen Sinne hat übrigens auch DAS VERBORGENE GESICHT auch nichts zu tun.

Dafür aber enthält er Rosamunde Pilcher-ähnliche Dialoge und ebensolche schauspielerische Qualität. Nur durch und durch TV- und Blockbuster-verseuchte Seher werden daran nichts auszusetzen haben und sich über die ach so fiese Story ereifern. Ja, man kann dem Streifen etwas Spannung abgewinnen, weil man nach der bisher verschwendeten Sehzeit letztlich wissen will wie das ganze ausgeht. Für geübte Genrefreaks allerdings wird nicht mehr als viel nackte Haut in einem extrem flachen Liebesdrama geboten welches erfolglos versucht, mittels eines gelungenen Story-Twists einen Klassiker-Status zu erringen. Am Ende scheitert der Film an seinem eigen komponierten Perspektivwechsel und der damit verbundenen Redundanz in der Handlung.

Und die Charaktere der Hauptfiguren sind schon so ohne Tiefgang und nerven mit lächerlichen Handlungen und Selbstgesprächen. Dazu kommt ein völlig unnützer langweiliger Schäferhund (ich liebe Hunde wirklich) namens „Hasso“ (im Original: „Hans“, was sehr viel mehr Sinn macht) der relativ viel Screentime hat und ständig erkennbar auf den Trainer hinter der Kamera schaut und auf Befehle wartet. Nur kommen keine und er hat auch keine WIRKLICHE Aufgabe im Film. Lob auf DAS VERBORGENE GESICHT in der Presse wie „Traum von einem Thriller“, „nur einmal in 10 Jahren“, „der Film macht alles richtig“ kann ich überhaupt nicht nachvollziehen und solche Superlative können - bei allem Respekt - nur Menschen loslassen, die noch nicht viel wirklich packende Filme gesehen haben. Deshalb kann ich – nur wegen dem guten Storytwist – noch sehr gnädige

5/10 Hassos....äh,....Punkten vergeben.

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