The Amazing Spider-Man (2012)
Gerade mal fünf Jahre ist es her daß Sam Raimi das letzte Spider-Man Abenteuer abgehandelt hat und nun darf schon gerebootet werden. Ist mir ehrlich gesagt etwas zu früh bzw. wäre mir ein vierter Teil mit der vertrauten Mannschaft auch recht gewesen. Trotzdem bekommt Neuling Marc Webb eine Chance die Spinne neu aufleben zu lassen. Mein Kurzfazit vorweg: anders und gar nicht mal so schlecht.
Die Story sowie auch die Entstehung Spider-Man´s wird hier teilweise anders erzählt, was ich sehr positiv fand. Einiges ist vertraut und wurde nur leicht verändert, andere Aspekte sind komplett neu bzw. verändert z.b. auch der Gegner. Man hat also definitiv nicht das Gefühl den Film schon zu kennen, sondern ist gespannt darauf wie was in dieser Version passiert. Daraus bezieht der Film dann auch seine Spannung, die Story an sich ist wie bei den meisten Superhelden Filmen relativ innovationsarm.
An die neuen Darsteller muss man sich natürlich auch erstmal gewöhnen, aber das geht erstaunlich schnell. Andrew Garfield ist der neue Peter Parker und stellt ihn charakterlich komplett anders dar wie damals Tobey Maquire, weshalb ich die beiden gar nicht vergleichen möchte. Den Vergleich Kirsten Dunst / Emma Stone gewint bei mir knapp Emma Stone, könnte auch am kürzeren Rock liegen. Beim Bösewicht Vergleich gewinnt ganz klar Willem Dafoe gegen Rhys Ifans.
Natürlich muss sich "TASM" den Vergleich mit dem ersten "Spider-Man" von Sam Raimi gefallen lassen. Raimis Werk wirkt stimmiger, detailverliebter und nimmt sich für das Seelenleben seiner Protagonisten mehr Zeit. Trotz der längeren Lauflänge von "TASM" bleibt er erschreckend oberflächlich und zeigt und erwirkt weniger Emotionen. Auch die Entstehung Spider-Mans wird sehr schnell abgehandelt und kommt in keinster Weise an die starke Entstehungsphase von Raimis Version ran. Etwas irritiert war ich von der Szene in der Straßenbahn als Spider-Man sehr schnell ohne Gesichtsmaske zu sehen war. Generell fällt bei dieser Version auf, daß im Laufe des Filmes wirklich alle Beteiligten wissen daß Peter Parker Spider-Man ist. Meiner Meinung nach outet er sich da zu schnell, denn aus diesem Umstand hätte man mehr machen können. Auch z.B. die Enstehung des Kostümes ist in Raimis Version weitaus besser und vor allem lustiger dargestellt.
Wie oben angedeutet auch in Sachen Humor hat Raimis Version die Nase vorn, das hier vorliegende Reboot gestaltet sich ernster, vermutlich näher anden Comics. Die gebotene Action sieht gut aus, reisst aber nicht vom Hocker. Die Tricktechnik ist nun immerhin 10 Jahre weiter, aber ehrlich gesagt kann da Raimis Werk durchaus mithalten.
Was mach "TASM" besser? Ich bin der Meinung nichts - aber einiges läuft anders und durchaus interessant ab. Gerade die beiden ersten Teile von Sam Raimi sind mit die besten Comic Verfilmungen, da können auch die "Avengers" nicht dran rütteln. Es ist also keine Schande daß "The Amazing Spider-Man" nicht an das Original rankommt.
Obwohl ich mir gut unterhalten vorkam, bleibt doch das Gefühl daß dieser Reboot zu früh kam und (noch) nicht hätte sein müssen. Insgesamt aber ein guter Superhelden Film, gäbe es die Vergleiche zum Original nicht sogar sicher ein sehr guter.
Nicht ganz so "amazing" wie Raimis Version 7/10