Review

Reboots kommen immer schneller. Zumindest fühlt sich das für mich so an. Gerade mal fünf Jahre nach dem Abschluss von Raimis Spider-Man Dreier bekommen wir eine weitere Originstory des kostümierten Wandkrabblers vorgesetzt. Neue Crew, neuer Cast, neue Ausrichtung.

Vorweg: Der Neubeginn ist gelungen, bietet ansehnliche Effekte und spaziert ohne große Längen durch Spideys Entstehungsgeschichte. Unterschiede zu Raimis Trilogie finden sich einige. So hat die Inszenierung weniger von einer Seifenoper, weiterhin tauchen Charaktere wie J.J. Jameson oder Mary Jane nicht auf. Stattdessen hält Gwen Stacy als love-interest her, die Netze kommen mechanisch statt biologisch und als Bösewicht präsentiert man uns den bisher noch nicht verbrauchten Lizard. Letzterer ist leider nicht sonderlich beeindruckend (weder optisch noch charakterlich) und gibt einen mediokren Schurken ab. Stan Lee hat wieder den obligatorischen Cameo, welcher zu den witzigsten Szenen des Films gezählt werden darf.
Andrew Garfield macht sich als Peter Parker nicht schlecht, stellt die Figur facettenreicher dar als zu seiner Zeit Maguire, sieht bisweilen aber auch etwas alt aus. Gut aufspielenden Support in Form von Sally Field und Martin Sheen gibt's noch obendrauf, dazu eine visuell ansprechende Gestaltung und Modernisierung einer gerade mal vor fünf Jahren abgeschlossenen Filmserie.

Der Neustart besitzt Humor, bietet aber ebenso die nötige Ernsthaftigkeit. Ein paar Logiklöcher haben sich ebenfalls eingeschlichen und überhaupt wirkt der Film für seine über zwei Stunden etwas oberflächlich. Vielleicht aber auch nur, weil die Geschichte im Kern noch so bekannt ist. Hier liegt es an der Fortsetzung, neue Wege zu beschreiten und sich als eigenständige Interpretation zu etablieren. Trotzdem: Operation gelungen, Spinne krabbelt.

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