Hach ja, Australien! Wohl eines der beliebtesten Reiseziele überhaupt, welches sich der Normalo-Bürger aber kaum leisten kann. Denn eine Reise zu diesem faszinierenden und wunderschönen Kontinent, ist leider meist extrem teuer. Aber wenigstens auf Zelluloid, kann man sich, auch als Mensch mit kleinem Portemonnaie, mal eine Reise zum Känguru-Planeten leisten. Zusammen mit einer einigermaßen witzigen Geschichte, wird daraus "Känguru Jack", klassisches Comedy-Popcorn-Kino von Action-Spezialist Jerry Bruckheimer, dass aber nichts ist, was irgendwo "heraus ragt".
"Kangaroo Jack" erzählt die Geschichte der beiden Looser Charlie und Louis, die von einem Mafiaboss (dem Vater von Charlie) nach Australien geschickt werden, um dort eine Geldübergabe durchzuführen. Unterwegs zum Treffpunkt, überfahren sie allerdings ein Känguru. Diesem ziehen sie dann aus Spaß eine Jacke an und fotografieren es. Dumm nur, wenn das Vieh dann mit der Jacke davon hoppelt. Noch dümmer, wenn sich darin das Geld befindet. Zugegeben, sonderlich originell ist das Ganze nicht, logisch ebenso wenig, doch für eine leichte Comedy reicht es alle mal aus.
Worauf es nämlich schließlich ankommt sind die Gags und davon gibt es Viele. Allerdings der höchst unterschiedlichen Sorte. Einige absolute Brüller, wie z. Bsp. der Dialog auf der Flugzeug-Toilette, wechseln sich mit einigen heftigen Fehlzündungen, ich sag nur furzende Kamele (wie peinlich), ab. Und dazwischen viele Schmunzel-Jokes, ohne sonderlichen Wert. Mit etwas mehr Mühe und einigen originellen Ideen mehr, hätte bei den meisten Gags durchaus was draus werden können, aber es gibt auch Vieles, was wesentlich schlimmer ist. Wenigstens bleiben die Gags, bis auf eben jene genannten Pupserwitze, meist über der Gürtellinie (obwohl Kamele eh keine haben) und bieten eigentlich keinerlei Fäkal-Humor. Und das ist, in der heutigen Zeit, schon mal eine Erwähnung wert.
Die besten Szenen gehören aber definitiv dem (glänzend animierten) Känguru Jack. Stets und ständig muss es für einige Running Gags herhalten und diese sind, durch die Bank weg, zum Brüllen. Der Höhepunkt ist dabei erreicht, wenn Jack probiert einen feurigen Kieferknacker zu schlucken. Zum schießen!
Zudem müssen auch die grandiosen Naturaufnahmen von Australien müssen gelobt werden. Kameramann Peter Menzies Jr. fing die wirklich wunderschönen Landschaften von Australien, auf eine solch atmosphärische Art und Weise ein, die einfach Lust auf Mehr macht. Wenn also mal das Taschengeld stimmt, dann ist der Australienurlaub, spätestens nach diesem Film, definitiv gebongt.
Untermalt wird das Geschehen mit einigen aktuellen Hits, die allesamt für gute Stimmung sorgen können. Was DJ Ötzis Ohrwurm "Hey Baby" allerdings im Abspann eines Australien-Films zu suchen hat, ist mir ein Rätsel. Aber seis drum!
Und auch in punkto Darsteller ist alles im grünen Bereich. Auch wenn die meisten Figuren recht klischeehaft sind und auch nicht gerade selten schablonenhaft wirken, so können sich ihre Darsteller doch allesamt super darin austoben. Jerry O'Connell und Anthony Anderson sind jedenfalls ein mehr als eingespieltes Team und bringen ihre beiden Deppen-Figuren wirklich optimal zur Geltung. Dazwischen dann noch Christopher Walken als Mafia-Boss und Estella Warren als rassig scharfe Jessie, die Charlie den Kopf verdreht. Man kann zufrieden sein!
Fazit: Lockere, actionreiche und meist ganz amüsante Australien-Klamotte, ohne größeren Wert. Die Story ist dünn, reicht aber aus und die (Fäkal-freien) Jokes, halten sich, in ihrer Qualität, durchgehend die Waage. Nur das gewitzte Känguru und die fantastischen Naturaufnahmen sind wahres Gold wert. Ansonsten ein typischer Fast-Food-Film: Anschauen, amüsieren, zufrieden sein, vergessen!
Wertung: 6/10 Punkte