"Die G.I. Joe's gibt es nicht mehr."
Die Elitetruppe G.I. Joe ist weiterhin auf der Jagd nach Mitgliedern der feindlichen Organisation Cobra. Nach einem erfolgreichen Einsatz wird die Gruppe überraschend angegriffen. Der Anführer Duke (Channing Tatum) und zahlreiche weitere verlieren dabei ihr Leben. Nur Roadblock (Dwayne Johnson), Lady Jaye (Adrianne Palicki) und Flint (D.J. Cotrona) überleben den Anschlag und machen sich auf die Suche nach dem Täter und dem Verbündeten Snake Eyes (Ray Park).
Zartan (Arnold Vosloo) ist für den Anschlag zuständig, der sich als Präsident der Vereinigten Staaten getarnt hat, während der echte Präsident (Jonathan Pryce) in Gefangenschaft ist. Gemeinsam mit Storm Shadow (Lee Byung-hun) versucht Zartan das Versteck des Gefangenen Cobra Commander (Luke Bracey) herauszufinden und setzt die Welt mit einer forschen Atomwaffenpolitik unter Druck.
Mit seiner witzigen und sorglosen Art bot "G.I. Joe - Geheimauftrag Cobra" abseits von Klischees und comichafter Überzeichnung zumindest hohen Unterhaltungswert. Die Actionfiguren-Verfilmung war entsprechend erfolgreich und ein Nachfolger lange in Planung. Aufgrund von Nachdrehs und technischer Erweiterungen verzögerte sich "G.I. Joe - Die Abrechnung" aber um fast ein Jahr. Selten ist so etwas ein gutes Omen.
Der Nachfolger krempelt einiges um. Fast die komplette Besetzung erleidet einen Austausch. Zu Beginn wird das Publikum mit zahlreichen Charakteren und deren Beziehungen zueinander torpediert, was vor allem bei Nichtkennern des Vorgängers eine echte Hürde darstellt.
In einem flotten Tempo wird die flache, extrem konstruierte Handlung erzählt, die absolut generisch und ohne Überraschungen auskommt. Vieles wird hier minimalisiert. Gerade die an sich garnicht mal uninteressanten Figuren leiden unter einer oberflächlichen Charakterzeichnung mit gängigen Klischees, prolliger und durchsexualisierter Eigenarten, was die Spannungskurve ordentlich ausbremst.
Die Effekte sind spektakulär. Besonders im Finale, wo die Zerstörung einer Stadt beunruhigend genau nachempfunden ist, wird die Liebe zum Detail sichtbar. Die Actionszenen schwanken dagegen in ihrer Qualität. Während die Nahkampf-Choreographien noch überzeugen, sind die Schießereien wenig einfallsreich und überaus verwackelt aufgenommen. Hier hat man eher das Gefühl einem Videospiel beizuwohnen.
Channing Tatum ("Step Up"-Reihe, "Jupiter Ascending") und Bruce Willis ("Stirb langsam"-Reihe, "Sin City"-Reihe) haben zu wenig Präsenz, um "G.I. Joe - Die Abrechnung" ihren exklusiven Charme zu verleihen. Adrianne Palicki ("John Wick") wird einzig auf ihre optischen Reize reduziert. Dwayne Johnson ("San Andreas", "Fast & Furious"-Reihe) allein ist nicht in der Lage mit seiner muskulösen Erscheinung den ganzen Film zu stemmen. Somit bietet der Film darstellerisch nichts.
Selbst wer mit substanzlosen und bombastischen Blockbustern zufrieden ist, wird mit "G.I. Joe - Die Abrechnung" so seine Schwierigkeiten haben. Stellenweise nimmt sich der Film zu ernst, dann wiederum zünden die Gags nicht. Einzig optisch und in so mancher Actionszene hat die Fortsetzung der Actionfiguren-Verfilmung etwas drauf. Im Gegensatz zu seinem frisch wirkenden Vorgänger ist das aber eine Enttäuschung. Sehr knappe...
4 / 10