Review

Staffel 1-4 in Kurzform

Schöne Ideen, leider mit einigen Patzern.
Die Hauptdarstellerin wirkt sehr zierlich, die in den Kämpfen demonstrierte Härte ist kaum glaubwürdig. Mit solchen mickrigen Ärmchen kann man unmöglich so austeilen, wie sie das zeigt. Ein attraktives, weibliches junges Modell macht leider allein noch keine optimale Besetzung. Die Heldin wirkt oft zu kühl, zeigt stets einen ernsten Gesichtsausdruck. Sie blickt mit ihrem bleichen Mondgesicht beinahe traurig drein, leicht rot geäderten glasigen Augen und stets zurecht geschminkt mit Haaren als käme sie direkt vom Frisör irgendwie plastisch, übernächtigt und gebrechlich zugleich. Harte, zornig-wütende Situationen kommen schauspielerisch gut rüber, aber witzige oder gefühlvolle vermag sie leider kaum besonderen Ausdruck zu verleihen.

Dann ist da die Story, die auch an einigen Stellen sehr undurchdacht ist. Die Terroristengruppe geht von Anfang an viel zu brutal und aggressiv vor, sie könnte viel eleganter und subtiler operieren, was ihr viele Vorteile verschaffen würde. Auch das Computer-Genie mit seiner Ausrüstung ist mal wieder der Tausendsassa und Daniel Düseltrieb, dem nichts zu schwer ist und der sich überall im Handumdrehen reinhackt, alles knackt und sämtliche Daten aus gigantischen Datenmengen in Sekunden herauszieht. So etwas ist kindisch, unglaubwürdig und albern. Die Anspielungen an die Wirklichkeit sind dafür delikat. Hier wird eine Zukunft skizziert, die derer, auf welche wir zusteuern und an der bereits gearbeitet wird, doch sehr ähnlich ist.  Der Zusammenbruch gesellschaftlicher, politischer, sozialer, finanzieller und wirtschaftlicher Strukturen ist keine Utopie.

Es gibt anfangs viele Szenen, in denen die Dialoge
etwas steif und daneben sind, das wird dann aber im späteren Verlauf besser. Ob jemand der völlig verschollen ist in einer anderen Zeit, direkt seine Dienstpflicht weiter verfolgt, naja - auch nicht so glaubwürdig. Abschließend: Die Warze bzw. das Muttermal unter dem rechten Auge der Hauptprotagonistin ist ein Aufmerksamkeitsmagnet, der irgendwie stört, man schaut unweigerlich immer wieder dort hin. Ein Hautarzt hätte das Ding schnell restlos, schmerz- und risikoarm entfernt. Es lenkt einfach ab. Ab Staffel 2 ist es dann weg.


Staffel 1 dient erst mal der Einführung in das Continuum-Universe. Salopp formuliert darf bis Staffel 3 jeder der Protagonisten mal mit jedem anderen alle möglichen Beziehungen, Rollen und Situationen durchtauschen. Staffel 3 ist etwas wirr. Staffel 4 dafür ein gelungener Abschluss. So richtig Qualität erreicht die Serie erst in der vierten Staffel. Man hätte auf einige Zwischenplots und Scharmützel verzichten können und eine Folgen aus Staffel 1-3 besser ausfeilen können. Jedenfalls haben sowohl Produktionsteam als auch Schauspieler sich in der Serie sichtbar weiter entwickelt und ihre Sache immer besser gemacht.

Positiv empand ich, dass auf Weichzeichner in den Gesichern verzichtet wurde, und die Leute mit Falten natürlich erscheinen. Bei Hollywood wird gerne der 65-jährige Greis nochmal zum 35 jährigen nachgehübscht. Hier wurde lediglich mit Schminke gearbeitet.

Fazit: Keine Überflieger-Serie, aber ganz gut mit einigen schönen Ideen und stellenweise Anspielungen auf das, was uns als Gesellschaft womöglich noch bevorstehen könnte. Die letzten Folgen sind die mitreißendsten, die ersten etwas langatmig und schnöde. (6/10)

Details
Ähnliche Filme