Alle Kurzkommentare


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kurz angerissen* erstmals veröffentlicht: 02.06.2013 Eine bewusst inkonsequent geführte First-Person-Kamera, die sich immer wieder aus dem Blickfeld des Psychopathen zu befreien versucht, bestimmt die am Kunstkino ausgerichtete Ästhetik von "Maniac", der aber weder inhaltlich noch visuell unbedingt den Anspruch rechtfertigt, der hinter der konsequenten Darstellung verborgen liegt. Ein Film wie "Amer" war audiovisuell nochmals ungleich beeindruckender, wenngleich ähnlich blenderisch, was das Inhaltliche anging. Dennoch überzeugt vor allem die neonfarbene, fahle Beleuchtung der nächtlichen Straßen, und Elijah Wood löst sich einmal mehr erfolgreich von seinem Image als Little Mr. Sunshine mit Cape, Lockenpracht und Pelzfüßen. Leicht überbewertet, dennoch sehenswert. *weitere Informationen: siehe Profil

4

William Lustig´s "Maniac" von 1980 war ein Klassiker des blutig-brutalen Psychoslashers - diese Neuversion wirkt hingegen wie ein französischer Arthausfilm mit etwas Gore. Die Hauptschwächen dieses Remakes sind neben der hauchdünnen Handlung auch die Besetzung von Elijah Wood in der Rolle des Maniacs - und wenn Frodo unschuldige Frauen killt, dann wirkt das eher unglaubwürdig und bisweilen sogar ein wenig lächerlich. Die Idee, 90 Prozent aus dem Blickwinkel der Hauptfigur zu zeigen hätte ebenfalls interessanter umgesetzt werden können. Generell ist der Film leider sehr träge und lahm inszeniert worden uhd somit zumindest für mich eine echte Enttäuschung!

4

Alexandre Aja, wenn auch hier nur Produzent, bleibt ein Garant für harten Tobak. Trotzdem kann die MANIAC-Neuauflage natürlich nicht mehr so schockieren wie das Original anno 1980. Sleazy und vor allem voyeuristisch ist es aber allemal - letzteres insbesondere wegen eines interessanten Stilmittels: Die Geschichte wird größtenteils aus der POV des wahnsinnigen Killers erzählt. Dadurch ergeben sich diverse nette Kameraspielereien, aber so richtig konsequent realistisch ist diese Darstellungsweise längst nicht. Zum Beispiel dann nicht, wenn der Psycho bei der Autofahrt nonstop aus dem Fenster guckt, um Frauen zu beobachten, anstatt auch mal nach vorne auf die Straße. Elijah Wood will wohl buchstäblich mit aller Gewalt weg von seinem knuffigen Hobbit-Image und hat auch einen irren Blick drauf, doch er ist viel zu knabenhaft, um in dieser Rolle glaubwürdig zu sein. Genauso wenig überzeugend ist letztlich das ganze unnötige Remake.

8

Ziemlich experimentell, dramatisch und emotional nachvollziehbar inszeniert. Kann sich gut sehen lassen dieses Remake und ist in keiner Art & Weise so plump (trocken) wie das Original, welches mir wegen seiner stumpfen, aber trotzdem psychotischen Brutalität sehr gut gefällt.. Die Sounds & Musiken im Remake sind unverbesserlich auf die einzelnen Szenen angepasst. Meiner Meinung nach haben wir es hier mit einem Remake zu tun, das anders als das Original nicht hätte sein können - was ich aber nicht schlecht sondern ehrlich gesagt ziemlich gut finde! Hätte man einen anderen Darsteller und nicht Elijah Wood für Frank genommen, hätte man die Kameraperspektive (die kurzweilig etwas langweilig wurde) sicherlich öfter umschweifen lassen können, aber naja. Alles in allem kann man den Streifen gut gucken.

5

Im Vergleich zu dem realistischem Grauen und des nicht weiter definierten Motivs des Killers, war das Original ein Meilenstein, welches einfach nur zermürbend wirkte. Das Remake mit vielen hellen und dunklen Aufnahmen, einem Hauptdarsteller, dem man die Rolle gewiss nicht abnimmt wie einem Joe Spinell und einer lahmen Handlung lassen den Film einfach nur langweilig und uninspiriert wirken. Es wird vieles identisch wiederholt, man hätte die Morde wenigstens etwas kreativer gestalten können. Leider besitzt der Film bei weitem nicht die kalte Atmosphäre des Originals und vom Blutgehalt her, ist es auch nicht so der Shocker. Da war das Original um Welten besser.

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