Ergänzung und gleichzeitig Gegenentwurf zu sowohl früherem Shaw Brothers Kintopp Marke Heroes of the Underground (1976) und dem parallel angelaufenen Guns and Roses (2012), als Bestandteil einer aktuellen Reihe von chinesischen Filmen zwischen Blockbuster zum Unterhaltungszweck, zur Kommerzialität und der Propaganda mit mal mehr und mal weniger im Sinn. Anders als bei den ebenfalls dazugehörigen Let the Bullets Fly (2010) als aufgrund seines finanziell überragenden Erfolges und dem darauf direkt anschließenden The Great Magician (2012) und so allgemein gewohnt, wird hierbei vermehrt und teilweise auch über die Strenge in Richtung Ernsthaftigkeit und insgesamt eindeutig rauerem Ton geschossen. Genrereferenzen, zwischen Gangsterballade im staubigen Sand, Neowestern mit WWII Kriegselementen und unfreiwilliger Spionageaction in tödlicher Mission. Knochentrocken:
In der Hitze des Sommer 1942, im Nördlichen China. Von seiner Gang aus dem örtlichen Gefängnis befreit, entführt der Bandit Fang Youwang [ Huang Xiaoming ] auf dem Heimritt den frisch Vermählten Bräutigam Gao Dongliang [ Zhang Yi ], um amtliches Lösegeld zu erpressen. Trotz seines harmlosen Äußeren und Folter weigert dieser sich aber beständig, eine entsprechende Erklärung zu unterzeichnen, was die Gauner wie Chen Langzhong [ Tino Bao ], Zhao [ Wang Yi ], Han Kui [ Wang Lie ], Black Dog [ Ni Jingyang ], Liang Hao [ Zhang Yue ], Yue Sanbao [ Sun Lei ] und Youwangs Schwester Fang Zizhen [ Zhang Xinyi ] zu einem Banküberfall antreibt. Nach herben Verlusten aufgrund der plötzlich anwesenden Polizei und einem nachfolgenden Einfall der die Gegend besetzenden Japaner steht bald die nächste Überraschung und der entscheidende Auftrag an.
Als Nachfolgefilm zu (dem auch hierzulande erschienen) The Robbers (2009) versetzt Regisseur und Co-Autor Leon Yang sein insgesamt drittes Werk wieder in die vergangene Ära und dort innerhalb zweier Rückblenden auch weiterhin in die nachträgliche Sicht. Hier und da, aber zusammenaddiert selten macht sich ein leiser, dann auch passender komödiantischer Ton, ansonsten aber die Ernsthaftigkeit angesichts der zunehmend brisanteren Situation in dieser von Sonne verbrannten Hebei-Landschaft breit; anders als in den Arbeiten der Konkurrenz ist hier die Gefahr direkt und die Antworten darauf ebenso im selben ruppigen Stil. Staubig und karg die Gegend, die Personen von Sand als permanent scheinenden Sturm überzogen und mal gar komplett bis zum Hals und zum Mund damit überschüttet; die Poren bedeckt und Luft schwer zum Atmen macht. Ungewaschen, unrasiert, unfein die Anti-Helden der Geschichte, die unter Tage leben und sich nur für ihr mehr oder minder kriminelles Tun aus der beschützten unterirdischen Behausung nach draußen in das Unwetter aus Wind, und Schmutz und umherfliegender Erde begeben.
Das ehrenlose Handeln richtet sich dabei auch gegen die Leute des eigenen Landes, werden die Japaner zwar früh beobachtet, aber erst spät als Selbstmordkommando in das Zielvisier und dann auch als konkrete Reaktion für vorherige Belästigungen im großen Stil genommen. Erst zur Kenntnis, dann zum Angriff, und nicht in politischer, sondern vielmehr untereinander loyal verbundener Überzeugung und so Widerstandsdrama abseits Patriotismus und Heroismus. Ein Zusammenhalt der Verbrechergang, die Ihresgleichen, ob Kamerad oder zerstörtes Eigentum rächen und dafür auch unbedarft und ohne zu Zögern das eigene Leben riskieren. Entsprechend dessen sind auch die Kampf- und Actionszenen in diesem Guerilla Warfare schmerzhaft und entscheidend, wird sich zwar selten, aber dann zum dinglichen Anlass und jeweils greif- und fassbar in der Inszenierung und ihrer Wirkung bis hin zum ausweglos finalen Inferno zwischen Schlachtenpanzer, Bombeneinschlägen und Handgranaten duelliert. Attacken sind von langer Hand geplant und kommen trotzdem aus dem Nichts, eine Mischung aus frontalem Beschuss, dem heimtückischen Mord von hinterrücks und der breiten Welle von Detonation und Schock.
Herausstechend sind dabei weniger die Panoramen, als vor allem die Details, eine wilde und die herben Verluste einbringende Schießerei vor und in einer Bank, die die Täter, allesamt Charaktere ohne Background, die 'Ordinary People' [ Originaltitel in Übersetzung ] in der Tarnung mit porzellanen Kindermasken und so surreal zwischen Karneval, Infantilität und Bleigewitter feuern und sterben sieht. Höchst eindrucksvoll eine mehrminütige one-shot-sequence im Höhlenlabyrinth, entwickelt und gefilmt von Kameramann Cao Yu mit furioser Konstruktion und Timing, die eine staatliche Anzahl von Gängen, Ebenen und Beteiligten, sowohl die Tunnelratten selber als auch die japanischen Belagerer, furchterregend ausgestattet mit Gasmasken und Stahlhelm im gegenseitigen Massakrieren beinhaltet.