Review
von Leimbacher-Mario
Sonnenkinderfinsternis
Böse Kinder in Horrorfilmen - darüber kann man mitteldicke Lexika schreiben. Und einige davon sind auch richtig gut, sogar Klassiker. Von modernen Tipps „The Children“ oder „Orphan“ über Wegweiser wie „The Bad Seed“ bis zu ganz großen Namen wie „The Omen“. „Bloody Birthday“ verbindet diese (oft leicht übernatürliche) Nische mit dem Slasher der 80er - in einer US-Kleinstadt werden Anfang der 70er während einer mysteriösen Sonnenfinsternis drei Babies geboren, zwei Jungs und ein Mädchen. Zehn Jahre später zeigen die „engelsgleichen“ Lieblinge ihr wahres Wesen - und das ist emotionslos, unterkühlt und... mörderisch.
„Bloody Birthday“ hat wunderbar teuflische Kinder. Aber diese sind nicht außerirdisch, die Antichristenclique oder haben weiße Haare. Nein, sie sehen ganz lieb und normal aus. Doch sie sind alles andere als das - oder zumindest fehlt ihnen dieser gewisse Grad an Empathie und Verständnis für das Gute, das die meisten Menschen zum Glück in mehr oder weniger großer Menge besitzen, sodass einem hier Angst und Bange werden kann. Die drei Kids spielen ihre hinterfotzigen Figuren grandios, einige Kills sind wirklich fies und man kann diese Killerkinder durchaus als Statement zur Boshaftigkeit in uns allen sehen. Und auch als damaligen Zeitgeistkommentar zu einer oberflächlichen, egoistischen, verrohenden Gesellschaft. Ein unkaputtbares Thema. Angeboren? (Un)Natürlich? Übernatürlich? Normal? Krank? Teuflisch? Oder doch ganz menschlich? Wer weiß. Aber eins weiß ich: „Bloody Birthday“ ist jedenfalls einer der besseren Vertreter seiner Zunft. Gerade als Elternteil ein Tiefschlag, könnte ich mir vorstellen, wo man immer meint, dass sein Kind nicht nur die Wahrheit sagt, sondern auch niemals etwas wirklich Böses tun könnte...
Fazit: einer der besseren, gemeineren, verunsichernderen „Evil Children“-Filme. Brutal. Eiskalt. Emotionslos. Schockierend. Und dennoch ein spaßiger 80s-Slasher - nicht nur für 10-Jährige! ;)