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Zombie - einmal anders!

Geben wir es doch zu: Wir lieben Zombies! Du liebst Zombies, ich liebe Zombies, wir alle lieben die manchmal schlurfenden, manchmal rasenden, manchmal des Sprechens fähigen und manchmal nur rumstöhnenden Wiederauferstandenen aus dem Reich der Toten. Es fasziniert Filmemacher auf aller Welt ihre Vorstellung einer Zombie Apokalypse auf die Leinwand zu bringen und kaum eine Vorstellung des Weltuntergangs wurde öfter auf Leinwand gebracht als unsere guten alte Zombie-Sepps.

Und wir haben mindestens einen dieser Zombie Schinken in unser Herz geschlossen oder eben generell die gesamte Horde an Untoten fand einen Platz in unserem Filmeliebhaber Herzen. Und wer jetzt sagt „Äh nein, Zombies desis mir zu platt, desis nichst für meinen gehobenen Gaumen, ich geh mir da lieber Berlin bei Tag & Nacht anschauen…. Der wor noch nie bei an guadn Leichnschmaus dabei!“


Und eigentlich is das Rezept für einen Zombie Film relativ einfach – Experiment, wo eh scho wurscht ist wos des jetz überhaupt wor, geht schief, Zombies da und der Massaker Schorsch metzelt sich durch Vorstadt, Großstadt, Landschaft, Kanalisationen oder etwaige weitere Kulissen. Einfach und gschmackig wie a guate Lebakassemmel oder a gscheider Schweinsbrotn.

John Cairns wollte sich 2011 in die Riege der Zombieregisseure einreihen und brachte uns in besagtem Jahr Schoolgirl Apokalypse. Mit einem gesamt Budget von unter 200 000 Dollar reiht sich dieser doch etwas andere Film in die doch eher Low Budget Sorte ein und erzählt die Geschichte des naiven Schulmädchen Sakura, gespielt von Higarino, welche sich nur bewaffnet mit einem Sportbogen durch ihr Dorf kämpfen muss, wo alle Männer plötzlich zu wilden hungrigen Zombies mutieren. Auf ihrer Reise zum Meer, welches wohl die Lösung aller Probleme mit sich bringen soll trifft sie auf einige Überlebende, welche ihr helfen, oder ans Leder wollen. Alles in allem doch eine relativ klassische Story und wenn man bedenkt, dass Schoolgirl Apokalypse bei uns über das fantastische Label Midori Impuls zum einen 2014 in 5 unterschiedlichen großen Hartboxen erschienen ist und 2017 dann auch den Weg auf das Mediabook geschafft hat, so kann man doch glauben, wenn man sich zum Beispiel Bloody Chainsaw Girl oder MAI Chans Daily Life bereits aus selbigen Hause angesehen hat, was man hierbei erwarten kann.

Doch der Film geht einen komplett anderen Weg und statt großen Gesplattere oder verstörenden Bildern oder abgedrehten Szenerien wie in den Tokio Neo Gore Filmen bekommt man hier mehr Drama als Horror oder Splatter serviert. John Cairns arbeitete selber einige Jahre in Japan als Englischlehrer und konnte dort eine Naivität und Weltfremdlichkeit bei einigen Schülerinnen entdecken, wo man sich die Frage stellen könnte, wie würde so ein naives Schulmädchen auf eine Welt voller Chaos reagieren? Und diese Frage will Cairn in seinem Film ein wenig bearbeiten. Sakura im Film ist naiv, sieht nur die Ausbildung und ihren Weg ins Ausland – und selbst in der Zeit der Apokalypse, wo um sie herum Zombies umherschlurfen setzt sie sich im Film hin um Englisch zu lernen oder richtet sich, bevor sie einen anderen Menschen trifft die Haare um ja gut auszusehen, weil es sich so gehört. Dies ist zum Einen bizarr aber auch irgendwie etwas, was nicht überraschend vielleicht kommt, wenn man weis wie das Schulsystem in Japan ist.

Dass man diesen Fokus und Ehrgeiz jedoch in einem Zombie Film erblickt ist dann doch eher überraschend. Ihre Naivität wird ihr aber im Film auch zum Verhängnis und Sakura wächst im Laufe des Films zwar heran und kommt aus sich raus, wird jedoch nie die strahlenden Heldin wie in so manch anderen Zombie Filmen, sondern agiert zwar mutiger, die Naivität legt sie dennoch nie wirklich ab. Und so ist School Girl Apokalypse namentlich vielleicht unglücklich, aber vielleicht doch gerade deswegen gut gewählt. Man erwartet sich eigentlich einen Splatter, bekommt man aber dann die ersten animierten Szenen zu Gesicht, welche der Film hier und da reinstreut und sieht, dass der Splatter Anteil doch relativ niederig ist, so ist man neugierig was doch jetz hier passiert. Das Ende hat zwar einen typisch Japanischen Flair und ganz ohne Blut und Gedärm geht es dann doch nicht. Doch das ist keineswegs der Hauptfokus in diesem Film und birgt so ein nettes Drama, was einem doch überrascht und aufgrund seines niedrigen Budgets dennoch sehr professionell rüberkommt. Abgerundet wird mit es mit sehr post rockigen Klängen die an Bands wie Godspeed you black Emperor oder we lost the sea erinnert , was einen sehr netten und erfrischend anderen Zombiefilm zeigt.

2014 erschienen über Midori Impuls 5 große Hartboxen ZU Schoolgirl Apokalpyse, wo die ersten 4 Cover artworks jeweils auf 120 Stück limitiert waren und Cover E auf 66 Stück limitiert war. Cover A wurde wieder vom grossartigen Shinatro Kago gezeichnet, Cover B wurde Ken Crane entworfen, Cover C von Robert O’Brien und Cover D ziert das Kinoplakat. Das Artwork zu Cover E wurde von Mr Horse entworfen.

Als Extras auf der Disc befindet sich ein Making Of, sowie ein Spezial Report vom Japanese Filmfest in Hamburg, Interviews und Trailer.

2017 kam dann auch die Limited Signature Edition im Mediabook zu Schoolgirl Apokalpyse. Limitziert auf 500 Stück und mit einem neuem Artwork versehen beinhaltet dieses Mediabook neben der gleichen Disk wie in der Hartbox ein 12 Seitiges Booklet mit einem Interview mit John Cairns und eine handisgnierte Autogrammkarte von Cairns.

Alles in allem ist Schoolgirl Apokalypse also ein erfrischend anderer Zombiefilm aus dem Hause Midori Impuls, der zwar nichts weltbewegendes und ultimativ spektakuläres bietet. Freunde des Zombie Films und auch Drama Sympathisanten und generel Freunde des japanischen Filmes kommen hier ganz auf ihre Kosten.

7/10 Punkten

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