Jim wacht in einem menschenleeren London aus dem Koma auf. Nur langsam erschließt sich im die Katastrophe, die eine Killervirus angerichtet hat.
Es gibt Filme, bei denen ich den Hype und die teils überbordend guten Bewertungen so überhaupt nicht nachvollziehen kann. 28 Days Later ist so ein gefühlt noch immer gehypter Film, den ich damals bei er Erstsichtung schon mäßig fand, heute jedoch empfand ich ihn schlicht als katastrophal.
Ja, das mag damit einhergehen, dass ich Cillian Murphy zwar als guten, aber als höchst unsympathischen Schauspieler empfinde und dass ich zur Generation Romero gehöre und Zombies einfach nicht rennen sollten (ja, sind keine Zombies, sind Wut-Bürger, ich weiß). Vor allem aber liegt das daran, dass der Film mit seiner Figur ganz einfach nicht funktioniert.
Da wacht Jim völlig ahnungslos im Krankenhaus auf. Bei 28 Tagen bis zum entvölkerten London dürfte er geschätzt mindestens 3 Wochen lang nichts mitbekommen haben, also lag er zwangsläufig so lange im Koma. Und dann steht er einfach auf, tappt durch die Straßen, rennt Treppen rauf... No Chance. Eher friert die Hölle zu.
Nur geht es mit solchen Dummheiten dann auch gleich weiter. Warum wird Jim nicht gesagt, dass Licht bei Nach eine dumme Idee ist? Dafür hätte der Überlebenstrieb von Selena und Mark eigentlich reichen sollen. Und wie soll es bitte gehen, dass ein Taxi einfach mal locker über einen riesigen Haufen ineinander verkeilter Autos fährt? Die waren bestimmt so freundlich, ihre Dächer zu einer notdürftigen Fahrbahn zusammenzuschieben. Klar.
Aber es ist nicht nur Alex Garland, der sein Drehbuch verbockt hat. Es sind auch Regisseur Danny Boyle selbst und Kameramann Anthony Dod Mantle, die zum Niedergang dieses Megahypes beitragen. So sind die Actionsequenzen so hektisch und schwammig gefilmt, dass man außer flirrender Bewegung kaum etwas erkennen kann. Zumal schnelle Bewegungen in der Zeit eh sehr seltsam gefilmt wurden, als würden lediglich einige Dias schnell hintereinander gezeigt. Aber auch sonst hat der Film mit seiner grobkörnigen, schmutzigen Optik rein gar nichts ansprechendes zu bieten.
Und Danny Boyle steht beständig auf der Bremse. Sein Timing langt voll daneben, die erste Stunde zieht sich wie Kaugummi und der einzige taugliche Charakter kommt spät rein und geht früh raus. Zum Rest ist nicht der Hauch einer emotionalen Bindung entstanden.
Zwar schafft es Boyle kurz vor Schluss im Haus während des Unwetters noch etwas Atmosphäre einzufangen, Spannung baut er da aber schon längst nicht mehr auf, weil gefühlt alle Figuren einfach nur egal sind. Und die Atmo torpediert er dann auch gleich wieder selbst mit diesem zwanghaften Happy End, das einfach nur konstruiert daherkommt und wie Galle im Rachen schmeckt.
Die Darstellenden immerhin sind solide. Murphy kann ja und Eccleston ist wie üblich ein fieser Sack.
Nee, das war ein so tiefer Griff ins WC, dass mir kaum etwas Gutes über den Film als Schlusswort einfällt. Gnadenlos überschätzter Zombie-Hype, doof, langsam, ganz im Gegensatz zu den Kreaturen, blutarm und spannungsfrei. Überflüssig.
Und alles, was ich ankreide, hat Preise gewonnen. Why?