Review

kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 17.03.2013

Weil die Charaktere bei weitem nicht so weit entwickelt sind wie bei der Pixar-Konkurrenz und man um diese Tatsache wohl auch wusste, konzentriert sich "Hotel Transsilvanien" relativ schnell voll auf Slapstick und bleibt dieser Linie bis zum Ende treu. Dem Studio gelingt damit eine erstaunlich unterhaltsame Monster-Show. Alleine ein Schwenk durch die prall gefüllte Empfangshalle des Dracula-Schlosses enthüllt mehrere Dutzend Anspielungen auf alte Horrorfilmklassiker gleichzeitig; es würde sich lohnen, hier mal die Pause-Funktion zu betätigen und ein Zitateraten zu veranstalten. Die meisten Anspielungen sind auch für Nicht-Experten recht offensichtlich; mit Ikonen wie Dracula, Frankenstein oder dem Wolfsmenschen kann eben jeder was anfangen. So bahnt sich der Film Gag und Gag seinen Weg und trifft zu meiner großen Überraschung meist ins Schwarze. Tatsächlich ist "Hotel Transsilvanien" zwar lange nicht der beste, aber witzigste Animationsfilm, den ich seit langer Zeit gesehen habe. Einen beträchtlichen Teil trägt dazu auch die erstaunlich gelungene Synchronisation bei; insbesondere der Dracula-Sprecher macht mit seinem ungarischen Akzent einen guten Job.

Inhaltlich sind die Schablonen natürlich schnell ausgemacht, wobei das Drehbuch damit auch ein wenig spielt; aus dem von diversen Romantikkomödien bekannten Spiel gegen die Zeit mit Treffen auf dem Flughafen wird beispielsweise eine rasante Verfolgungsjagd Flugzeug vs. Fledermaus. Die Themen sind naheliegend: Übertriebene Vatersorge um das eigene Kind, die Furcht vor dem Unbekannten usw., mit allzu viel Schmalz werden diese unumgänglichen Botschaften aber glücklicherweise nicht angereichert.

*weitere Informationen: siehe Profil

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