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Eine ehemalige psychiatrische Klinik dient einem Filmteam als Drehort für einen billigen Horror-Flic. Doch als sich die etwa zwei Dutzend Leute in den verlassenen Räumlichkeiten eingerichtet haben und die ersten Takes abgedreht werden sollen, geschehen seltsame Dinge. Zunächst erscheint eine merkwürdige Gestalt im Lift und verstört die Hauptdarstellerin derart, daß diese eine Pause braucht, dann hört der Toningenieur seltsame Geräusche aus der Wand, wird aber nicht ernst genommen und schließlich macht  ein neugieriger Komparse eine ganz spezielle Kopfschuß-Erfahrung im improvisierten Special-Effects-Studio. Im Keller schließlich scheint ein Wasserrohr gebrochen zu sein, denn dort wird es recht feucht - doch die in verschiedenen Stockwerken und Räumen verteilte Crew, vor allem die Drehbuchautorin und der Produzent, merken davon lange Zeit nichts, bis immer mehr Leute verschwinden...

Ein Horror-Film im Horror-Film wäre als Grundidee gar nicht mal so schlecht, doch leider hat Dark Feed außer diesem Plot handlungstechnisch nichts weiter zu bieten: Ein Haufen scheinbar gestresster Leute, von denen die meisten eher unsympathisch wirken und nicht ein einziger herausragt, werkelt meist allein munter vor sich hin, bis irgendetwas Merkwürdiges passiert. Da die Kommunikation untereinander schlecht (Walkie-Talkie) oder schlicht gar nicht vorhanden ist, mutet der Film streckenweise wie eine Aneinanderreihung von Einzelschicksalen an, bei denen zunächst der Eindruck entsteht, ein unsichtbarer Serienkiller würde sein Unwesen treiben. Unsichtbar deswegen, weil man von den Kills dank Umschnitten und Ausblendungen meist nichts sieht, wie überhaupt der Blutgehalt überschaubar bleibt.

Punkten kann der Film immerhin mit einer gut gewählten Location, die angemessen dreckig und verlassen wirkt - auch einige Makro-Aufnahmen von blutdurchflossenen Rohren, tropfendem Wasser etc. sorgen für eine düstere Atmosphäre, die sich durch den Fund ehemaliger Krankenakten noch verstärkt: Ein Mad Scientist hat hier tödliche Experimente an Insassen durchgeführt, bis die Klink geschlossen wurde - aber irgendetwas von seinem Geist scheint immer noch hier zu sein, und die ahnungslose Crew wird mit mysteriösen, aus der Vergangenheit stammenden Erscheinungen konfrontiert.

Leider offenbart sich in der Schluß-Viertelstunde, als dann erstmals verschwundene Leute gesucht und damit das Tempo etwas angezogen wird, daß anscheinend etwas ganz anderes hinter den Erscheinungen und dem merkwürdigen Verhalten der Beteiligten steckt, als man zunächst annehmen konnte - was es allerdings genau ist, läßt das Drehbuch offen. Nicht etwa, weil das Geld (oder die Ideen) ausgegangen wären, sondern als bewußte Entscheidung, den Film an diesem Punkt enden zu lassen - eine äußerst unbefriedigende Lösung, die das Vorangegangene nicht erklärt, sondern den Zuschauer im Unklaren läßt.

Somit bleibt, nach einigen - auch kameratechnisch gut eingefangenen - gruseligen Momenten insgesamt doch ein negativer Gesamteindruck. Schade, da wäre mehr drin gewesen: 3,51 Punkte.

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