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Des einen Freud des anderen Leid bringen Hochzeiten fast immer mit sich: Kurzfristige Seitensprünge, Irrungen und Wirrungen, sowie plötzliche Todesfälle sind Filmfreunden durchaus vertraut. Autor, Regisseur und Darsteller André Gordon verzettelt sich jedoch mit dem Unterfangen, diverse Handlungsstränge zu einer Einheit mit Pointe verschmelzen zu lassen.

Zwei Paare wollen am selben Tag vor den Traualtar treten: Will (Gordon) und Brooke und Cody und Michelle. Doch bereits die Hochzeitsvorbereitungen werden von dubiosen Ereignissen überschattet, - sogar der Pastor scheint ein Problem mit einem der anwesenden Hochzeitsgäste zu haben...

Viel Drama und wenig Thrill, so könnte man das Geschen kurz zusammenfassen.
Der Aufbau der Geschichte tendiert irgendwo in Richtung Tarantino, Rodriguez und Konsorten, doch bei den oberflächlichen Figurenzeichnungen und dem leicht konfusen, recht sprunghaften Aufbau will der Funke nie so recht überspringen.

Es gibt eine Kronzeugin, die ihren Bruder beschützen will, ein anderer saß einige Zeit im Knast und ist gegen die Hochzeit, die Hochzeitsplanerin ist mit den Vorbereitungen zweier Hochzeiten maßlos überfordert, während einem anderen von einem Gangsterboss die Pistole auf die Brust gesetzt wird. Es herrscht viel Blabla um nichts, was die schwache Synchro nicht unbedingt erträglicher gestaltet.

Zwar nimmt die Exposition bereits vorweg, dass es offensichtlich nicht zum doppelten Ja-Wort kommen dürfte, doch das große Aha-Erlebnis bleibt bei alledem aus.
Die finalen Minuten, zwar handwerklich recht solide in Szene gesetzt und mit nettem Score angereichert, enthüllen schließlich ein reichlich unausgegorenes und mit Lücken behaftetes Drehbuch: Einige Nebenhandlungsstränge bleiben unpointiert, andere wirken im Nachhinein beliebig, während der Ausgang beinahe gleichgültig stimmt, obgleich einige Figuren das Zeitliche segnen. Spricht nicht gerade für eine ausgereifte Dramaturgie.

Reichlich befremdlich wirkt zudem der Abspann: 15 Minuten (!!!) nimmt dieser in Anspruch, da die Credits in gefühlter Zeitlupe abrollen. Ein peinliches I-Tüpfelchen folgt schließlich von André Gordon, der nach Einblendung der US-Flagge unter anderem dem Militär dankt, in einem tollen Land zu leben, in dem jeder seine Filme mit wichtigen Botschaften produzieren kann. Ergo ist der eigentliche Film bereits nach 66 Minuten vorbei und anstatt final so einen Schwachsinn zu verzapfen, hätte er besser mehr Energie in ein ausgereiftes Drehbuch investiert.

Die Idee unter dem Motto "Zwei Hochzeiten und mehrere Todesfälle" ist grundlegend nicht schlecht, darstellerisch sind mit C. Thomas Howell, David Koechner und Patrick Kilpatrick auch solide performende Mimen dabei, doch an der Umsetzung hapert es gewaltig.
Leidlich spannend wird es in den letzten zwei, drei Minuten des Geschehens, ansonsten herrscht zuviel Geschwafel, während Punkte wie Humor, Action oder geistreiche Überraschungen komplett auf der Strecke bleiben.
Ein "Wedding Day", der im Endeffekt nur ansatzweise unterhält.
3,5 von 10

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