Die Macher des Films gingen sehr geschickt vor. Nicht nur bei mir war einer meiner alltime-Movie-Helden Malcolm McDowell auf dem Cover von THE EMPLOYER der auslösende Grund mich dem Film zu widmen. Auch wenn man natürlich nicht zu viel erwarten sollte, denn der gute Malcolm ist schon viele Jahre oft zwischen A- und B-Filmen zu finden. Schon nach wenigen Minuten wird leider klar, dass auch die Story und vor allem die sonstigen Schauspieler recht tief im B-Sumpf waten und auch Spannung und eine ordentliche Dramaturgie für Regisseur Frank Merle wohl nicht ganz oben auf der Wunschliste stehen. Somit verbleibt leider nur der Eindruck eines durchwachsenen TV-Dramas ohne jegliche eigene Note.
THE EMPLOYER ist angelehnt an den von mir ebenfalls besprochenen EXAM – TÖDLICHE PRÜFUNG von 2009 in dem 7 Bewerber in der Endrunde zur Auswahl für einen Traumjob stehen und eine Frage finden müssen, zur der es eine Antwort gibt. Wer es löst hat den Job gewonnen. Unsere Probanden stehen vor ähnlichen Rätseln und insgesamt ist alles recht vorhersehbar bis zum lächerlich wirkenden Ende hin. Und vor allem wirkt alles wie schon hundertmal gesehen. Wie meist in solchen Szenarien dürfen Fragen der Logik nicht ganz oben in der Beurteilung des Films stehen und man sollte schon einen gewissen Hang zu solchen filmischen Ausgangssituationen haben sonst wird man sich gegebenenfalls entsetzt abwenden.
Die Interviews der Probanten vor der Prüfung wirken redundant, da sie stets in der gleichen Weise ablaufen. Das gilt auch für die Szenen wie die Beteiligten für das Spiel gefangen und betäubt werden. Unlogisches Verhalten der gänzlich unbedarften Teilnehmer während dem Spielchen ist an der Tagesordnung. Leider wirkt in der Nachbetrachtung auch das Vorbild EXAM sogar wie ein Hochglanzblockbuster in Bezug auf Ausstattung, Darsteller und Dialoge. Die wenigen Darsteller wirken wie ein Haufen gealterter Studenten inklusive einem Wrestler und oft macht das berühmte F-Word in stressigen Situationen die Runde. Filmerfahrung bringt immer hin noch Billy Zane mit, den wir aus einer ganzen Reihe Genrefilmen u.a. mit Uwe Boll kennen.
Wenn das mal nicht ein aussagekräftiger Qualitätsfaktor ist. Leider kann ich dieses zähe filmische Kammerspiel ohne irgendeinen Qualitätsfaktor wirklich nicht empfehlen. Man quält sich geradezu durch die rund 90 Minuten und wünscht sich das es bald zu Ende ist. Und die recht geringe Screentime und solide - aber auch nicht geforderte - Performance von Malcolm McDowell kann da leider auch nichts ändern. Er spielt seinen Part durchaus diabolisch und hätte er eine tragende Rolle bekommen hätte es vielleicht noch das eine oder andere Pünktchen mehr geben können. Ohne ihn hätte ich jedoch noch einen Punkt weniger vergeben.
2,5/10 Punkten