Review

Dem Titel gemäß ist es natürlich möglich, den Kultautor um die Ecke zu bringen, - doch dann müsste man auf einige spannende Erzählungen verzichten, die eventuell noch kommen mögen. Ansonsten wird dem geneigten Genrefan der handelsübliche Slasher nach Schema F aufgetischt, Anspielungen auf Kings Werke bleiben hingegen Mangelware.

Eine Handvoll Twens um Monroe Bachman und seiner Schwester Hilary wollen sich in Maine auf die Suche nach Autor Stephen King machen und übernachten in einer Hütte am See. Als einer der Freunde tanken fährt und die restlichen Leutchen ihn nach einer geraumen Zeit suchen gehen, kommt ihnen bereits die Polizei entgegen. Und der Ermordete soll nicht das letzte Opfer sein...

Es ist fraglich, ob für das Drehbuch gleich drei Leute benötigt wurden, von denen zwei gleichzeitig wesentliche Rollen bekleiden. Zwar ist die Figureneinführung mit Textanzeigen und leicht bissigen Kommentaren aus dem Off noch einigermaßen vergnüglich, doch spätestens beim obligatorischen Stopp im Diner flachen die Witzchen bereits ab.
Dummerweise muss auch noch die unterhaltsamste Person als erstes dran glauben, wobei der dazugehörige Kehlenschnitt tatsächlich sauber inszeniert ist.

Danach geht es mit allem ein wenig bergab, denn von nun an spritzt das Blut nur noch im Off (wenn überhaupt), die Truppe wird natürlich reihum dezimiert, bis schließlich nur noch zwei gegen den Bösewicht antreten, doch bei alledem fällt ein Whodunit aufgrund zu weniger Randfiguren ebenso flach wie ein spannender Showdown, denn jener wird viel zu unspektakulär abgewickelt.

Indes fallen die Reminiszenzen ein wenig halbgar aus. Der Clown aus "ES" taucht kurz in einem Alptraum auf, ein Boot heißt "Christine", zwei Kinder spielen mit einem roten Ball, was auf "Shining" hinweist, doch anderweitig muss das Wissen eines Nerds herhalten, um ein paar Informationen zu King einzubinden. Die letzten zwei Drittel gestalten sich zudem reichlich vorhersehbar, denn es zeichnet sich rasch ab, in welcher Reihenfolge die Figuren abtreten dürften.

Handwerklich gibt es im Gesamtbild kaum etwas auszusetzen und auch darstellerisch sind keine Totalausfälle zu verzeichnen, der Score hätte zwar etwas mehr Drive vertragen können und mit nackter Haut wird unüblicherweise auch gegeizt, doch insgesamt hat man in dem Bereich schon schwächere Inszenierungen erlebt. Angesichts der Thematik um Stephen King gibt es einen minimalen Bonus, welcher in Hinblick auf den kaum spannenden Ablauf in der zweiten Hälfte jedoch beinahe wieder flöten geht, - Genrefreunden und Fans von Stephen King ist der Streifen demnach eher weniger zu empfehlen.
4,5 von 10

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