Allen Ross ist ein begnadeter Regisseur und Filmemacher.
Er lebt für den Film und kann sich nichts anderes vorstellen in seinem Leben.
Sein deutscher Freund und Kollege Christian Bauer, drehte sieben Filme mit Allen.
1995 drehte Christian Bauer eine Mississippi-Doku mit Allen Ross.
Kurz danach verschwand Allen.
Niemand konnte sich erklären warum und wohin.
War dies etwa der letzte Film, den die beiden Freunde miteinander gedreht hatten?
Jahre später, gab es immer noch keine Meldung von Allen.
Christian Bauer macht sich in diesem Dokufilm auf die Suche nach einer Antwort und Lösung ohne irgendwelche Anhaltspunkte zu haben.
Er will wissen was mit Allen geschehen ist.
Der deutsche Regisseur stellt uns Allen vor.
Allen ist ein sympathischer und lebensfroher Mensch, hat viele Freunde und liebt die Unabhängigkeit.
Durch alte Filmausschnitte hilft uns Christian Bauer seinen vermissten Freund kennenzulernen, zumindest oberflächlich.
Er ist ein interessanter Mensch, über den man gerne mehr erfahren möchte.
Durch viele Interviews alter Bekannter und Freunde von Allen wird einem die Person Allen Ross immer vertrauter.
Man fängt an mit den Betroffenen mitzufühlen,obgleich man den vermissten nicht persönlich kennt.
Nachdem einem die Situation nahe gebracht wurde beginnt die Suche nach Allen.
Christian Bauer und sein Team durchkreuzen weite Teile der USA um ihren Freund zu finden.
Sie nehmen uns mit auf die schmerzhafte Suche, auf der nach und nach Vermutungen enstehen, die nicht gerade hoffnungsvoll zu sein scheinen.
Erste Verbindungen zu Personen die Allen kannten werden festgestellt, zum Beispiel seine mysteriöse Frau mit der er zuletzt zusammen war.
Sie fragen sich, ob sie etwas mit dem Verschwinden ihres eigenen Mannes zu tun haben könnte.
Nach und nach werden dem Zuschauer immer mehr geheimnisvolle Rätsel vorgesetzt, wodurch sich mehr Spannung entwickelt als in manchem Thriller.
Man wird zu unheimlichen realen Orten mitgenommen, während immer wieder Rückblenden der gemeinsamen Zeit der Freunde gezeigt werden.
Dann kommen die Suchenden auf eine Sekte zu der Allen durch seine Frau (angeblich Anführerrin dieser Sekte) Kontakt gehabt haben soll.
Der Verdacht, dass diese Sekte etwas mit dem Verschwinden ihres Freundes zu tun hat, spitzt sich bei Christian Bauer und seinem Team immer weiter zu.
Die Hoffnung wird immer kleiner.
Werden sie ihren Kollegen jemals wieder sehen, ist er vielleicht sogar nicht mehr am Leben?
Bei dieser Suche wird der Zuschauer so mitgezogen, dass man alles mitfühlt und Trauer wie Wut der Beteiligten nachvollziehen kann.
Man sieht einen großen Teil des Films direkt aus der Sicht der Kamera, sodass man mittendrin ist.
Immer wieder sind in Rückblenden tolle Bilder aus ehemaligen Filmen der beiden Regisseure eingefangen.
Diese schönen und fröhlichen Momente im Film, die aus Erinnerungen stammen, lassen die dunkle Seite des Films umso intensiver und schmerzhafter auf den Betrachter wirken.
Die realen Schauplätze im Film sind per Handkamera eingefangen, sodass man immer direkt am Geschehen ist .
Es werden keine Gefahren, in die sich das Filmteam begibt, gescheut.
Schließlich befinden sie sich möglicherweise in einem Teufelskreis von Gewalt und Okkultismus, der Allen Ross zum Verhängnis geworden sein könnte.
Man erlebt in dieser Doku alles viel intensiver und extremer, als in einem Streifen mit erfundener Story.Denn es ist alles real, was in diesem Film geschieht.
Bleibt noch der hammer Soundtrack zu erwähnen, der am Ende per Videoclip auf den Dächern von Chicago gezeigt wird, gefilmt von Allen Ross selbst, als er noch das tat, wozu er sich berufen fühlte.
Jetzt stellt sich noch die Frage, was mit Allen Ross geschehen ist.
Ist er einfach nur untergetaucht oder ist er wirklich tod?
Diese Frage solltet ihr euch von dem grandiosen Film selbst beantworten lassen.
9/10