Dieser kleine Slasher um einen axtschwingenden Mörder genießt zu Unrecht einen eher miesen Ruf!
Patterson, ein typisches kleines Kaff. Ruhig und langweilig - zumindest bis ein maskierter Axtmörder sein Unwesen treibt! Ein Computer-Freak mit online-Zugang (das hatte 1989 wirklich noch was zu bedeuten...) lernt eine nettes kleines Teenie-Mädel kennen. Gemeinsam wollen sie dem Täter auf die Schliche kommen... oder eher nicht?!
Handwerklich bietet Edge of the Axe nichts Außergewöhnliches, aber solides Niveau ohne allzu rumpelige Ausreißer.
Hier und da meint der Betrachter ein kleines Augenzwinkern zu vernehmen, allein durch die untypische aber passende Musik, welche in Richtung Country geht. Der Darsteller des Computer-Nerds wirkt übrigens wie der junge Jim Carrey, was diesen Eindruck noch unterstreicht...
Genau genommen bot der Film für seine Entstehungszeit sogar ein innovatives Element: Einen wichtigen Teil der story nimmt das damals junge Internet ein! Wahrscheinlich der erste Slasher, der das neue Medium damals nutzte, oder?
Der bekannteste Teilnehmer im renitenten Reigen dürfte Jack Taylor sein, der aber auch ziemlich verheizt wird. Weiterhin bietet das Geschehen einige kauzige Figuren (der Bestatter & der Eisenbahntyp) und einen Haufen heute antiquierte Computer-Technik. Davon, daß der Film eine amerikanisch/spanische Co-Produktion ist, merkt man übrigens nicht allzuviel. Was den Mörder angeht: der/die/das Killer ist optisch nichts Besonderes, getragen wird eine weiße Maske, Marke Halloween trifft Fantomas!
In Sachen optische Härte & Gore wirkt Axolution etwas paradox: Es wird ordentlich die Axt geschwungen, und im Gegensatz zu so ziemlich jedem anderen Horror-Streifen, hält die Kamera hier auch fast konstant drauf! Es gibt also meistens keinen match-cut oder einen Schnitt in die Halbtotale; die ganze action der eindringenden Axt ist onscreen. Das wirkt aber gar nicht so hart, wie es klingt! Erstmal ist es in den Mordszenen natürlich fast immer dunkel, zudem ist der Mordvorgang auch flott inszeniert. Letztendlich ist das sound-design hier sehr altbacken und zurückhaltend - die Mordszenen hätten also noch um einiges direkter/krasser gestaltet werden können.
So haben wir am Ende einen wirklich nicht verkehrten 80er-Slasher mit ausreichenden Darsteller-Leistungen, nicht oft gesehenen Axtmorden und einer für das Genre noch echt passablen Spannungskurve! Der Endtwist war damals schon nicht wirklich neu, paßt aber hervorragend zur story und den Charakteren. Der Film lohnt für Slasher-Nerds und dem nicht allzu anspruchsvollen Horrorfreund also durchaus. Empfohlen ist natürlich die ungeschnittene Fassung, doch auch das deutsche Videotape ist noch absolut guckbar, da der Fokus eben nicht auf Gore-Exzessen oder nackten Tatsachen liegt. 6/10