Review

Unsachgemäße Waffenhandhabung, machistische Sprüche und Action am unteren Siedepunkt: wenn es nicht gerade "Der lachende Mann" ist kann Söldnerkino unterhalten, sogar Ex-Bundies und Zivildienstler (und erst gar nicht nach Wehrdienst gefragte wie mich) einträchtig auf einen gemeinsamen Nenner - die Wohnzimmercouch als Ort gemeinsamen Gelächters in der nächsten großen Zwerchfellschlacht - bringen. Der Rest guckt "Apocalypse Now" und schüttelt verständnislos den Kopf, fest entschlossen, dem nächsten Videothekenpenner, der für "Rambo" in der Schlange steht in wehrkraftszersetzerischer Absicht auf die Fresse zu hauen. 'Nee, so links bin ich dann auch wieder nicht und bleibe eher im Lager der Söldnerfilm-Afficinados.

Mit dem 1976 servierten "Einsatzkommando S. T. A. B." kamen die Damen und Herren aus der Golden Harvest - Actionschmiede zwar nicht ansatzweise an die Wildgänse, Apokalypsenjäger und Co. heran, aber zauberten eine Art Kleinstod des Genres auf die Leinwand, dass man uns Kartoffeln 1983 mit einer (Achtung: obskure Referenz!) leicht angebrandten Synchronfassung im Kino um die Ohren klatschte. Wenn oben genannte Vertreter nicht zur Verfügung stehen kann man durchaus auf die Mädels und Jungs von "S. T. A. B." zurückgreifen, aber zuviel sollte man nun auch nicht erwarten.

Wie üblich haben reiche Regierungsvertreter zu Film Beginn zu viel Geld und zu große Inkompetenz, um ihren Scheiß selbst zu erledigen und müssen daher auf käuflich Hilfe zurückgreifen. Hal, ein afroamerikanischer Vietnamveteran mit Neigung zu bond'scher Architektur und Gold wird engagiert, um eine kleine Truppe aus der Mordbubengwewerkschaft zu rekrutieren, die Gold im Wert von 12 Millionen wieder beschaffen sollen.was im vietnamesischen Dschungel flöten gegangen ist.

Der Saukerl mit dem frechen Grinsen leiert seinen Auftraggebern erst einmal knapp die Hälfte als Sold aus den Rippen und rekrutiert nun seinerseits einige alte Freunde vom Fleck bzw. Der Zugtoilette und der Rennstrecke weg, um mit ihnen (mit jeweils 100.000 der 5 Millionen Dollar unverschämt unterbezahlt) die Mission anzutreten. Gentretypisch geht das ganze nicht nur mit Geballer, sondern auch einer ordentlichen Kelle Verrat und Sex(ismus) einher und der Erkenntnis, dass Hals Schnetzeltrupp alles andere als koscher ist.

Anschlussfehler, Schnellfeuer und Brüste sind einige der wesentlichen Unterhaltungswerte dieses Filmes, dessen Drehbuch einen neuen Minimalismusrekord aufstellt und einen dünn bekritzelten Glückskekszettel umfasst. Hinzu kommen einige ulkige Einfälle mit ein Motorrad mit Maschinengewehr als Blinkerersatz und Ablenkungsstriptease im strömenden Dschungelregen. Dabei schiebt der Film allerdings eine so ruhige Kugel, dass öfter mal das Einnicken droht.

So wirklich spektakulär ist der Film nicht, dennoch bleibt es weitgehend unterhaltsam, was nicht zu letzt an der Synchronisation liegt, die sprecherseitig mal wieder spaßig ist. Nicht ganz auf "Söldnerkommando" - Niveau hagelt es hier dumme Kommentare und Overacting, dass sich das Wellbleckdach nur so krümmt.

Als ich den Film die ersten paar Male auf DVD sah war das ein eher mediokeres Erlebnis. Hingegen mit Kumpels oder gar einem ganzen Kinosaal voller Filnfreaks bockt "Einsatzkommando S. T. A. B." unglaublich und entpuppt sich als wahrer Partystreifen, den man am besten als Apparetiv zur richtigen Blutbowle darreicht. Meine beiden Besties haben sich jedenfalls den Arsch abgelacht. 

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