"Ein Loch im Dollar" gehört zu den früheren Italo-Western und ist von seinem Grundaufbau und Durchführung eher an amerikanische Western angelegt.
Die Story ist recht simpel:
Der ehemalige Südstaatensoldat Gary O'Hara (Giuliano Gemma) und sein Bruder Phil werden aus der Kriegsgefangenschaft entlassen. Phil möchte ein neues Leben im Westen beginnen und reist ab. Gary kommt nach einer Aussprache mit seiner Frau nach und hat nur einen Silberdollar bei sich. Nach einer langen Reise kommt er in dem Ort Yellowstone an und sucht nach Arbeit. McCory, der reichste Mann im Dorf, gibt ihm Arbeit: er soll einen gefährlichen Pistolero verhaften. Als Gary dies versucht kommt es zu einem Schusswechsel. Er bemerkt zu spät das der Pistolero sein Bruder ist. Phil stirbt und Gary bleibt regungslos liegen. Alle denken er ist tod, doch der Silberdollar rettet ihm das Leben. Langsam kommt er hinter die Machenschaften von McCoy und es kommt, wie es kommen muss...
Die Story ist wie gesagt recht simpel gestrickt. Es entsteht jedoch beim Gucken eine Spannung, da man nicht genau weiß, auf welcher Seite manche Protagonisten stehen. So wird einem z.B. erst am Schluss klar, welche Rolle der Sheriff in dem Film spielt. Doch auch dies kann nicht den typischen Verlauf eines Western stören, da er einfach zu hervorsehbar ist. Und deshalb wird das Ende auch keinen verblüffen. Auch ist der Film nicht so brutal wie manch andere Genrevertreter, was aber auch gar nicht zum Außeneindruck passen würde. Ein Manko ist die Naivität des McCoy. Ich frage mich immernoch, warum er nicht erkannt hat, wen er vor sich hat. Denn Gary hat nur seinen Bart abrasiert und die Kleidung gewechselt, sonst blieb alles gleich.
Auf der schauspielerischen Seite kann Giuliano Gemma als Gary O'Hara durchweg überzeugen und spielt die Rolle des ehemaligen Soldaten und späteren Rächers mit Elan und dies merkt man.
Pierre Cressoy spielt den Bösewicht McCoy routiniert.
Nicht ganz so gut gefallen hat mir Ida Galli, die Garys Frau spielt. Meiner Meinung nach, kann sie sich nicht aus dem Schatten Gemmas herausspielen und bleibt eher eine Randerscheinung. Ihr Part hat jedoch mehr Potenzial gehabt.
Die Musik ist nich so einprägend, wie die Musik in den Leone-Western, fügt sich jedoch gut in die Szenen ein und untermalt diese.
Was bei der Inszenierung auffällt ist, dass der Film, nicht wie viele andere in den Wüstenregionen, sondern eher im Norden Amerikas spielt. So wurde der Film auch in der Umgebung Roms gedreht und nicht wie viele seiner Genrekollegen in Spanien.
Abschließend möchte ich sagen, dass "Ein Loch im Dollar" ein netter Western für zwischendurch ist: kurzweilig und teilweise spannend. Was mir nicht gefallen hat, ist, dass er mehr dem amerikanischen Western zugeneigt ist. Ich bevorzuge lieber die härteren Genrevertreter. Auch bietet die Story nichts Neues. Zu dem finde ich den Film etwas langatmig. Ich gebe dem Film deshalb 6/10 Punkte.