Review

kurz angerissen*

“Cottage Country” ist anders. Anders als all die Hüttengaudis, auf denen sonst kleinbudgetierte Horrordrehs stattfinden. Das zu Erwartende wird ausnahmsweise mal nicht bestätigt, sondern allenfalls als Kulisse verwendet. So ist es eben keine Teen- oder Twengruppe, die im Prolog das Häuschen am See bezieht, sondern das uncoole Brüderchen mit Stock-im-Arsch-Polokragenfrau. Eine Party findet zwar später statt, sie ist aber nicht erklärtes Ziel der Handlung, sondern ein unliebsames Randereignis, das es möglichst schnell zu beenden gilt.
Der Humor des Films erscheint anfangs ebenso steif wie die Hauptcharaktere; später weiß man, warum. Denn dies ist keine der üblichen Horrorkomödien on Demand; tief im Herzen, da ist „Cottage Country“ eine bittere Anklage an den modernen Menschen, dessen Besessenheit von zu erreichenden Lebenszielen jedwedes Gefühl in ihm getötet hat.

Malin Akerman stellt diesen unvorhergesehenen Stimmungstwist hervorragend dar, und Tyler Labine muss lediglich seine „Tucker & Dale“-Rolle variieren. Das Doug-und-Carrie-Konstrukt, das sie zu Beginn gemeinsam darstellen, verwandelt sich schnell in ein Zerrbild des typischen American Couple. Hier spielt der Film seine größten Stärken aus, stößt aber erwartungsgemäß auch vor den Kopf, weil im Vorfeld eine völlig andere Erwartungshaltung erzeugt wird. Eine Empfehlung kann man daher gerade für jene aussprechen, die mit der Subsparte „Cabin Horror“ normalerweise auf Kriegsfuß stehen, obwohl gewisse handwerkliche Unzulänglichkeiten – eine eher fernsehfilmähnliche Bildaufteilung etwa oder unmotiviert in die Handlung integrierte Zombie-Auftritte – an diese erinnern.

*weitere Informationen: siehe Profil

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