Review

Stammbaum-Bleifuss


Ein weiterer Fall von „Ist man dem früh in seinem Leben über'n Weg gelaufen, dann mag/liebt man ihn auf ewig“. Und das bin ich damals im Fernsehen. Und wäre ich ein paar Jahre früher geboren, hätte ich ihn eben sicher in den Videotheken der Welt entdeckt und ohne zu zögern eingesteckt. Zu gut hört sich einfach die Handlung an: ein erfolgreicher und talentierter Motorradfahrer gerät in der Wüste in ein Zeitexperiment der Regierung und landet mitsamt dem heißen Ofen hundert Jahre in der Vergangenheit, im wilden Westen, wo die Bewohner ihn, seinen Aufzug und seinen Untersatz natürlich alles andere als gelassen aufnehmen...

Das Poster erinnert an momentan angesagte Retro-Kracher wie „Turbo Kid“ oder „Kung Fury“, die Story nimmt sogar „Back to the Future“ ein wenig voraus und erinnert auch etwas an „Army of Darkness“ - was kann da schon schief gehen?! Schon noch einiges, vor allem in Sachen Tempo und Schauwerte, aber im Endeffekt habe ich ihn dennoch fest in mein Herz geschlossen. Trotz seinem super langsamen ersten Drittel, flachen Charakteren und einer dann doch sehr zähen, dummen, simplen Geschichte. Wenn man das überhaupt so nennen kann. Fred Ward ist zwar eine Art Steingesicht und er ist als unser „Held“ auch alles andere als interessant und vielschichtig geschrieben, doch auch ihn mag ich. Allein wegen seinem stoischen Charisma und seiner „schwer von begriffigen“ Art. Zudem rockt der Soundtrack und verstrahlt eine verdammte Menge 80er-Cheese. Zusammen mit den Stunteinlagen, ein paar überraschend harten Auswüchsen und der straighten, grundsätzlich schon unterhaltsamen Grundidee kann man da nicht allzu böse sein. Hier bin ich mal äußerst gerne überhaupt nicht streng. Erst recht wenn man dann am Ende checkt, was der gute Herr da mit seiner Gross-Groß-Oma fabriziert hat...

Fazit: nicht spektakulär oder wirklich gut, aber eben genau mit der Nostalgie und Unschuldigkeit und Trashigkeit ausgestattet, dass man den früher blind aus der Videothek mitgenommen hätte. Allein auf Grund der Idee, dem Cover/Poster und der Beschreibung. Ein Motorrad-Daredevil auf Zeitreise?! Immer her damit. Genau wegen einem solchen sympathischen Schmarn hechelt und weint man dem Jahrzehnt der Schulterpolster und Neonlichter doch seit Jahren so sehr nach! Perfekte Nebenbei-Berieselung. Und Belinda Bauer ist natürlich sehr gut zu dem Augen. 

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