Es ist nicht so der übliche Tierhorror, der einem bei „Barracuda“ entgegen schwimmt, sondern eher ein Ökokrimi der vorhersehbaren Sorte.
Da rettet der Charme der 70er mal wieder mehr, als die öde Handlung eigentlich hergibt, denn stellenweise tritt das Geschehen auf der Stelle und langweilt.
Immerhin bleibt so genügend Zeit, den Protagonisten etwas Lustiges anzudichten…
Im Küstenörtchen „Palm Cove“ geht Student Mike eine Runde tauchen, um eine Wasserprobe zu entnehmen, da er will, dass die Menschheit noch länger bestehen bleibt und ein ortsansässiger Chemiekonzern mit seinen Abfällen alles zunichte machen könnte.
Prompt wird er vom Sheriff eingefangen, woraufhin sich beide anfreunden und kurz darauf ganz bösen Machenschaften der Mafia auf der Spur sind.
Unter Wasser wird ein wenig geknabbert und an Land geschossen. Schon bezeichnend, dass nur vier Leute durch Hap-Hap-Fische sterben, aber sechs Personen erschossen werden.
So gibt es während der ersten, - deutlich besseren – Hälfte etwas Tierhorror mit ansprechenden Unterwasseraufnahmen, die von der exzellenten Musik von Klaus Schulze perfekt begleitet werden.
Im weiteren Verlauf weicht der Tierhorror jedoch der Aufdeckung übler Machenschaften, die die Einwohner von Palm Cove, sowie die Bewohner des Meeres aggressiv machen, weil so etwas wie „Barrakuda-Fit“ ins Wasser geleitet wurde.
Sympathische Darsteller und markante Synchronstimmen verleihen dem angestaubten Treiben jedoch eine witzige Note. Der Hauptdarsteller rennt mit einem „Biene-Maja-Pulli“ durch die Gegend und trägt so viele Haare auf dem Kopf, dass man darunter glatt ein Schnitzel warm halten könnte.
Dazu kommen solche Dialoge wie: „Da unten im Wasser sind Aktivitäten!“ – „Du meinst Fische?“ – Nein, er spricht vom Weihnachtsmann, der da unten jeden Sommer seine Freizeit verbringt…
Ansonsten herrscht irgendwie überhaupt kein Tempo und es kommt keine Spannung auf. Viel Zeit wird für nebensächliche Szenen verwendet, wie eine Untersuchung unter dem Mikroskop – während dieser Zeit kann man glatt einmal pullern gehen.
Auch die Effekte bringen dem Gorefreund keinen feuchten Schlüpper: In einer Einstellung ein Barrakuda ohne Kopf, der an etwas zerrt, in der anderen viel rote Farbe und ein Gewusel, in dem man mit Mühe einen Taucheranzug ausmachen kann. Nix mit abben Beinen oder so.
Nur die letzten Sekunden vor dem Abspann bieten eine kleine Überraschung.
So kann ich nicht einmal behaupten, mich nicht unterhalten zu haben, was aber eher am Späßchen machen liegt, denn dafür ist der Kram bestens geeignet.
Aber für Leute, die bei diesem Film ein blutiges Rip-Off von „Jaws“ erwarten, ist das nix.
4 von 10 Punkten