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Als Folge der expansiven Bevölkerungspolitik der Nicolae-Ceaușescu-Diktatur, wirtschaftlicher Not und häufiger familiärer Gewalt landeten zahlreiche Kinder im Rumänien der 90er-Jahre in überfüllten Heimen oder auf der Straße. Im Direct-Cinema-Stil wird der trostlose Alltag fünf dieser Kinder begleitet. Sie schlafen auf dem Boden einer U-Bahn-Station in Bukarest, schnüffeln Klebstoff, klauen und betteln. Neben individuellen Traumata werden strukturelle Missstände sichtbar, sodass ein komplexes Bild sozialer Realität gezeichnet wird, das von massivem Leid geprägt ist. Glücklicherweise wird auf dramaturgische Emotionalisierung zur Publikumsbindung verzichtet, so bleibt die Komplexität und Würde des Themas gewahrt, wodurch der Film umso niederschmetternder wirkt.
Existenzielles Depressivum in filmischer Form.