Review

Ein Betrachtungsprotokoll

CLOUD ATLAS ...

... läuft jetzt 40 Minuten und scheint leider wie erwartet genau der kryptische Quatsch zu sein, den der Trailer befürchten ließ. Ich bleibe aber am Ball.

58 Minuten.
Es gibt bisher keinen erkennbaren Plot und keine Identifikationsfiguren, wodurch weder Spannung noch Emotionen entstehen können. Die viel diskutierten Masken sind sofort als solche zu erkennen und teilweise sogar lächerlich. Sie lenken bisher aber nicht von der Story ab. Es gibt ja keine.

63 Minuten.
Der Blick auf das alte Seoul war das erste coole Bild.

85 Minuten.
Die beiden Action-Sequenzen aus dem Trailer sind vorbei. Eye-Candy, aber sinnlos. Danach gibt Hugo Weaving mal wieder Agent Smith.

97 Minuten.
Selten so bescheuerte Off-Kommentare gehört. Immer noch keine einzige Identifikationsfigur, kein Sympathieträger in Sicht. Würde gerne Tykwer und die Wachowskis anrufen und einige Fragen stellen. Zwei wären, ob Cloud Atlas ernst gemeint ist und ob sie glauben, dass viele Köche den Brei verderben.

113 Minuten.
Ein oder zwei Kapitel zu überspringen hätte auf das Story-Verständnis vermutlich den gleichen Effekt wie die Komplettansicht im Shuffle-Modus, bei dem sämtliche Kapitel durcheinandergewürfelt ablaufen würden. Das Chaos ist noch schlimmer als in Matrix Reloaded.

120 Minuten.
Nach 2 Stunden (!) deutet sich endlich an, was uns der Film sagen könnte oder möchte.

140 Minuten.
Mehr Action und tatsächlich mal ein Schmunzler (Looking for Freedom). Immer mehr Zeitsprünge. Trotzdem fehlt der Sinn, wodurch alles so belanglos ist. Die Maske der sogenannten 'Sombrero-Schlampe' ist peinlich schlecht. In einer Szene rennt das RTL-Knastserien-Mannweib Katy Karrenbauer durchs Bild. Jetzt wieder Off-Gequatsche und noch mehr Konfusion.

160 Minuten.
Der Film will einfach nicht enden.

Geschafft! Ein Erlebnis, als hätte man je 20-40 Minuten zusammengeschnitten aus

-Master and Commander
-Matrix Reloaded
-Battlefield Earth
-Das fünfte Element
-Vanilla Sky
-Eyes Wide Shut
-Wonderful Days
-Lost

ist endlich überstanden.

Fazit:
Ein inhaltliches, philosophisch-selbstverliebtes und hoffnungslos verkopftes Chaos, von dessen Betrachtung ich eindeutig abrate.

Drei Stunden vertane Zeit, die das ewige Leid des deutschen Films dokumentieren: man will unbedingt, kann aber einfach nicht. Schade um die vielen Fördergelder.

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